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WORTGOTTESFEIER

Gestalten Sie eine eigene Wortgottesfeier

Lass Dich nicht verwirren!


Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi. Jesus hat den Tod überwunden und lebt.

Glaubst Du das?

Viele Menschen glauben an ihre Fähigkeiten, ihre Erfolge, an die Wissenschaft, KI usw. Andere sind abgeschreckt vom Leid, von den Kriegen, von Verfolgung und Zerstörung.

Zweifel sind berechtigt und können zur Ablehnung oder Bestätigung führen. Wir wollen in dieser Feier Antworten dafür suchen, dass unser Glaube an das ewige Leben nicht sinnlos ist.

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Gebet zur Vorbereitung

Schenke mir, Herr, mein Gott,
einen Verstand, der dich erkennt;
Eifer, der dich sucht;
Weisheit, die dich findet;
einen Wandel, der dir gefällt;
Beharrlichkeit, die dich voll Zuversicht erwartet;
ein Vertrauen, das dich am Ende umfängt.

Gewähre mir, durch Buße mich mit deinem Leiden zu verbinden; lass mich durch Gnade deine Wohltaten auf dem Weg zu dir recht gebrauchen und in der ewigen Heimat deine Freuden genieße durch deine Herrlichkeit, o Gott, der du lebst und herrschst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Hl. Thomas von Aquin

Thomas von Aquin

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Einzug: Menschen auf dem Weg durch die dunkle Nacht

Menschen auf dem Weg durch die dunkle Nacht,
habt Vertrauen, der Tag bricht an!
Christus hat der Welt das Licht gebracht,
hebt die Augen und schaut ihn an!

1. Es wird Zeit, auf das Wort zu hör´n,
das von Gottes Reich spricht,
es wird Zeit, auf die Kraft zu bau´n,
die das Dunkel zerbricht.

2. Es wird Zeit, dass die Angst vergeht,
die uns täglich bedrängt,
es wird Zeit, dass die Freude wirkt,
die uns Christus geschenkt.

3. Es wird Zeit, dass wir Frieden sä´n,
weil die Hoffnung sonst stirbt,
es wird Zeit, dass die Liebe wächst,
weil der Mensch sonst verdirbt.

4. Es wird Zeit, dass der Heil´ge Geist
unsere Herzen belebt,
es wird Zeit, dass bald seine Frucht
an jedem Ort aufgeht.

Laufzeit: 4:49

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Begrüßung

So sollten wir durch zwei unwiderrufliche Taten, bei denen Gott unmöglich täuschen konnte, einen kräftigen Ansporn haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der Hoffnung.

Hebräer 6,18

Laufzeit: 3:42

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Gebet

Heiliger Erzengel Michael,

verteidige uns im Kampfe;
gegen die Bosheit und die Nachstellungen
des Teufels sei du unser Schutz!

Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich;
du aber Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen,
durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Amen.

Maria, Königin der Heiligen Engel – bitte für uns.

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Schuldbekenntnis

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe.

Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken.
Durch meine Schuld, durch meinen Schuld,
durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
für mich zu beten bei Gott unserem Herrn. Amen

Frau und Mann stehen sich verzweifelt gegenüber. Eine Wand trennt sie voneinander. Vor der Wand hält seine rechte Hand ihre Linke.
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Kyrie

Kyrie, Kyrie eleison. Kyrie, Kyrie eleison.

   Ewiger Vater, Du hast mit Jesus und dem Heiligen Geist die Menschen nach Eurem Willen als Euer Abbild aus Liebe erschaffen.
   Erbarme Dich, wenn wir uns Euch gegenüber nicht wie Geschöpfe verhalten.

Kyrie, Kyrie eleison. Kyrie, Kyrie eleison.

   Heilige Dreifaltigkeit, von inniger, wahrer und echter Liebe ist Eure Beziehung zueinander geprägt.
   Habt Erbarmen mit uns Menschen, wenn wir in andere Beziehungen miteinander leben.

Kyrie, Kyrie eleison. Kyrie, Kyrie eleison.

  Heilige Dreifaltigkeit, Ihr wolltet die Menschen nicht der Sünde und dem Tod ausgeliefert lassen. Aus Liebe zu uns wurde Jesus Mensch wie wir.
   Habt Erbarmen mit uns, wenn wir diese Erlösungstat immer mehr aus dem Bewustsein verlieren.

Kyrie, Kyrie eleison. Kyrie, Kyrie eleison.

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Tagesgebet

Dreifaltiger Gott, wir glauben oft nicht, dass wir Menschen als Euer Abbild hier auf Erden leben sollen und bekennen, dass wir oft nicht als Geschöpfe oder Kinder Gottes leben. Wir haben uns neue Götzen geschaffen und sehen uns oft nur selbst.

Hilf uns zu erkennen, dass das Leben nur mit Dir und in wahrer Liebe gelingen kann.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus unsern Herrn und Retter. Amen.

Gott hat uns als sein Abbild geschaffen. Wir bekamen den freien Willen und können entscheiden, was wir tun. In dieser Freiheit aßen Eva und Adam die verbotene Frucht.
Da sie Gottes Gesetz mißachteten, mussten sie das Paradies verlassen. Sünde und Tod kamen über die Menschen. Im Schweiße des Angesichtes muss Adam für Nahrung sorgen.
Doch Gott hatte noch den Plan B. Seine Liebe hört nicht auf. Durch die Propheten wird ein Retter verheißen. Nach dem Dunkel kommt ein helles Licht. Von einer Verheißung hören wir nun in der Lesung 

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Zwischengesang

1. Maria durch ein Dornwald ging. Kyrie eleison!
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen! Jesus und Maria.

2. Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison!
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.

3. Da haben die Dornen Rosen getragen; Kyrie eleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen! Jesus und Maria.

Laufzeit: 3:19

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, um uns Menschen den verlohrenen Zugang zum Paradies wieder zu eröffnen. Kehrt um und glaubt an das Evangeium.
Die frohe Botschaft ist, dass Jesus Christus unser Retter und Erlöser geworden ist. Er besiegte Satan und löschte unsere Schuld. Unsere Befreiung kommt dann, wenn wir uns ihm als unseren Retter unterordnen. Wir sollen Jünger Jesu werden.

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Evangelium: Ich bin das Brot des Lebens

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Joh 6,30-35

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Umkehr und Standfestigkeit des Heiligen Franziskus

Am Leben des Heiligen Franziskus möchten wir darstellen, dass Jesus lebt.

  • Sohn eines reichen Tuchhändlers
  • Adelslaufbahn
  • Verwendung im Feldzug
  • Freilaufend aus Gefangenschaft
    + Treffen mit Behinderten
  • Baue meine Kirche auf
    + Warnung des Papstes Kirche ertrinkt am Teichtum – Armut 
     + Spalte – Karfreitag 
     + Weihnachtsspiel
  • Verhandlung mit Sultan
    + Stigmatisierung 
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Fürbitten

Zu Christus, der uns den Zugang zum Gottesreich geöffnet hat, wollen wir rufen:

■ Wir beten für die, die um ihres Glaubens willen bedrängt, verfolgt oder mit dem Tod bedroht werden.
■ Wir beten um Priester, die das Geheimnis der Eucharistie gläubig mit uns feiern und uns deine Nähe erfahren lassen.
■ Wir bitten um das tägliche Brot für die vielen, die Hunger leiden und ohne Hoffnung in die Zukunft schauen.
■ Wir beten für die Verstorbenen, die uns ein Stück des Lebensweges begleitet haben, und die Toten, an die niemand mehr denkt.

Herr, unser Gott, du bist schützender Fels und sichere Zuflucht für alle, die auf dich vertrauen. Höre auf unser Gebet durch Christus, unseren Herrn. – A: Amen.

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Sanctus

Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr,
heilig, heilig, heilig, heilig ist nur er.

Er der nie begonnen, er, der immer war,
ewig ist und waltet sein wird immerdar.

Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr,
heilig, heilig, heilig, heilig ist nur er.

Allmacht, Wunder, Liebe, alles rings umher!
Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr.

Komposition: Franz Schubert
Text: Traditional

Laufzeit: 2:27

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Gebet zur geistigen Kommunion

Hilf mir Herr, dass ich nichts so sehr wünsche wie deine Huld,
nichts inniger ersehne, als dich auf dem Altar zu besuchen,
dich in der heiligen Kommunion zu empfangen,
mich mit dir zu unterreden!

Mögen andere nach andern Gütern suchen, –
ich liebe und verlange nichts anderes als das unendliche Gut deiner Liebe;
nur sie will ich suchen, sie will ich finden an den Stufen der Altäre.
Gib, dass ich mich selbst vergesse, dass ich nur noch an deine Güte denke!

Ihr seligen Serafim, um eurer himmlischen Herrlichkeit willen beneide ich euch nicht, wohl aber um der Liebe willen,
die euch erfüllt zu eurem und meinem Gott.
Sagt ihr mir doch, was ich tun muss,
um ihn zu lieben und ihm zu gefallen!

Mein Jesus, dich allein will ich lieben, nur dir gefallen.

Hl. Alfons Liguori

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Vater Unser

Vater unser, der Du bist im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auch auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen

Amen.

Laufzeit: 2:27

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Friedensgebet

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Heiliger Franziskus
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Es ist ein Ros entsprungen

1. Es ist ein Ros‘ entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein ‚bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine
Marie, die Reine, die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren
und bleib doch reine Magd.

3. Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit einem hellen Scheine
vertreibt’s die Finsternis,
wahr‘ Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

Text: Trier (um 1587) 1599
Musik: Köln 1599

Laufzeit: 2:27

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Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Christi gedacht.

Führe unsere Brüder und Schwestern, besonders die armen Seelen im Fegefeuer, vom Tod zum Leben, aus dem Dunkel zum Licht, aus der Bedrängnis in deinen Frieden.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

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Österlicher Segen

Der Herr sei mit dir.
Und mit deinem Geiste.

Der Auferstandene erfülle dich stets mit seiner Freude. Amen

Der österliche Friede präge dich in deinem Denken und Handeln. Amen

Der Auferstandene schenke dir das Leben hier und jetzt und einst. Amen

Das gewähre dir der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Hl. Geist. Amen

Shalom! Alelluja

Laufzeit: 7:34

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Ergänzungen

Wie kamen die Jünger dazu, zu glauben, dass Jesus auferstanden ist?

Die Osterereignisse, die sich um das Jahr 30 in Jerusalem abspielten, sind keine erfundene Geschichte. Unter dem Eindruck des Todes Jesu und der Niederlage ihrer gemeinsamen Sache flohen die Jünger („Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde“, Lk 24,21) oder verbarrikadierten sich hinter verschlossenen Türen. Erst die Begegnung mit dem auferstandenen Christus löste sie aus ihrer Erstarrung und erfüllte sie mit einem begeisterten Glauben an Jesus Christus, den Herrn über Leben und Tod.

Gibt es Beweise für die Auferstehung Jesu?

Für die Auferstehung Jesu gibt es keine Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn. Es gibt aber sehr starke individuelle und kollektive Bezeugungen durch eine Vielzahl von Zeitgenossen der Jerusalemer Ereignisse. (Kathechismus-Nr: 639-644, 647, 656-657)

Das älteste schriftliche Zeugnis für die Auferstehung ist ein Brief, den der hl. Paulus ca. Jahre nach Christi Tod an die Korinther schrieb: „Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.“ (1 Kor 15,3–6) Paulus berichtet hier von einer lebendigen Überlieferung, die er in der Urgemeinde vorfand, als er zwei oder drei Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung selbst Christ wurde – aufgrund seiner eigenen umwerfenden Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Als ersten Hinweis auf die Wirklichkeit der Auferstehung begriffen die Jünger die Tatsache des leeren Grabes (Lk 24,5–6). Ausgerechnet Frauen – sie waren nach damaligem Recht zeugnisunfähig – entdeckten es. Obwohl es vom Apostel Johannes bereits am leeren Grab heißt, er „sah und glaubte“ (Joh 20,8b), festigte sich die Gewissheit, dass Jesus lebt, erst durch eine Fülle von Erscheinungen. Die Vielzahl der Begegnungen mit dem Auferstandenen endete mit Christi Himmelfahrt. Dennoch gab es danach und gibt es bis heute Begegnungen mit dem lebendigen Herrn: Jesus Christus lebt.

Am Karfreitag, bei der Grablegnung Jesu glaubte Maria bereits an die Auferstehung Jesu

Nikodemus und Josef kommen näher und legen auf eine Art Sitz auf der anderen Seite des Steines Gefäße und Binden, das reine Grabtuch und, wie mir scheint, ein Becken mit Wasser und etwas wie Wattebäusche.

Maria schaut auf und fragt laut: »Was tut ihr da? Was wollt ihr? Ihn vorbereiten? Wozu? Laßt ihn im Schoß seiner Mutter. Wenn es mir gelingt, ihn zu wärmen, wird er früher auferstehen. Wenn es mir gelingt, den Vater zu trösten und ihn zu trösten über den gottesmörderischen Haß, wird der Vater eher verzeihen und er eher zurückkehren. «

Die Schmerzenreiche ist völlig außer sich.

»Nein, ich gebe ihn euch nicht. Ich habe ihn einmal gegeben, einmal habe ich ihn der Welt gegeben, und die Welt hat ihn nicht gewollt. Sie hat ihn getötet, weil sie ihn nicht wollte. Nun gebe ich ihn nicht mehr her. Was sagt ihr? Daß ihr ihn liebt? Schön. Aber warum habt ihr ihn dann nicht verteidigt? Ihr habt gewartet, um zu sagen, daß ihr ihn liebt, bis es soweit war, daß er euch nicht mehr hören konnte. Eine arme Liebe ist die eure! Aber wenn ihr die Welt schon so sehr gefürchtet habt, daß ihr nicht den Mut hattet, einen Unschuldigen zu verteidigen, hättet ihr ihn wenigstens mir zurückgeben müssen, mir, der Mutter, damit sie ihr Kind verteidigt. Sie wußte, wer er war und was ihm gebührte. Ihr! … Ihr habt ihn als Meister gehabt, aber ihr habt nichts gelernt. Ist dies vielleicht nicht wahr? Lüge ich etwa? Seid ihr euch nicht im Klaren, daß ihr nicht an seine Auferstehung glaubt? Oder glaubt ihr daran? Nein. Warum steht ihr da und bereitet die Binden und die Salben vor? Weil ihr ihn für einen armen Toten haltet, der heute kalt ist und morgen verwesen wird. Und deshalb wollt ihr ihn einbalsamieren. Laßt eure Salben. Kommt und betet den Erlöser an mit dem reinen Herzen der Hirten von Betlehem. Seht her, es ist nur der Schlaf des Müden, der sich ausruht. Wie sehr hat er sich in seinem Leben gemüht! Immer mehr Mühen hat er auf sich genommen! Und in diesen letzten Stunden erst! … Nun ruht er sich aus. Für mich, für seine Mutter ist er nichts als ein großes, müdes Kind, das schläft. Das Bett und der Raum sind armselig! Aber auch sein erstes Bett war nicht schöner und seine erste Wohnung nicht freundlicher. Die Hirten beteten den Erlöser an in seinem Schlaf als kleines Kind. Ihr sollt den Erlöser anbeten in seinem Schlaf als Sieger über Satan. Und dann geht hin, wie die Hirten, und verkündet der Welt: „Ehre sei Gott! Die Sünde ist tot! Satan ist besiegt! Frieden auf Erden und im Himmel zwischen Gott und dem Menschen!“ Bereitet die Wege für seine Rückkehr. Ich sende euch aus. Ich, die die Mutterschaft zur Priesterin des Ritus macht. Geht. Ich habe gesagt, daß ich nicht will. Ich habe ihn mit meinen Tränen gewaschen. Das genügt. Alles Übrige ist nicht nötig. Und laßt euch nicht einfallen, ihn einzuwickeln. Es wird einfacher für ihn sein, aufzuerstehen, wenn ihn diese unnötigen Begräbnisbinden nicht behindern. Warum siehst du mich so an, Josef? Und du, Nikodemus? Haben die Schrecken dieses Tages euren Verstand verdunkelt? Oder euch das Gedächtnis genommen? Erinnert ihr euch nicht mehr „Diesem bösen, ehebrecherischen Geschlecht, das ein Zeichen fordert, wird nur das Zeichen des Jona gegeben werden … So wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein?“ Erinnert ihr euch nicht? „Der Menschensohn wird den Menschen überliefert und getötet werden, aber am dritten Tage wird er auferstehen.“ Erinnert ihr euch nicht? „Zerstört diesen Tempel des wahren Gottes, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“ Der Tempel war sein Leib, o Menschen. Du schüttelst das Haupt? Du bedauerst mich? Du glaubst, daß ich den Verstand verloren habe? Aber … Er, der die Toten erweckt hat, soll sich selbst nicht erwecken können? Johannes?«

»Mutter!«

»Ja, nenne mich Mutter! Ich kann nicht leben bei dem Gedanken, daß niemand mehr mich so nennen wird! Johannes, du bist dabei gewesen, als er die Tochter des Jairus und den Jüngling von Nain erweckt hat. Sie waren beide tot, nicht wahr? Oder war es etwa nur ein tiefer Schlaf? Antworte! «

»Sie waren tot. Das Mädchen seit zwei Stunden, und der Jüngling seit eineinhalb Tagen.«

»Und sie sind auf seinen Befehl hin auferstanden? «

»Ja, sie sind auf seinen Befehl hin auferstanden. «

»Habt ihr gehört? Ihr beiden, habt ihr gehört? Warum schüttelt ihr den Kopf? Wollt ihr vielleicht sagen, daß das Leben in einen jungen, unschuldigen Menschen leichter zurückkehrt? Aber mein Kind ist der Unschuldige und ewig Junge. Er ist Gott, mein Sohn …!«

Die Mutter schaut mit schmerzerfüllten und fiebrigen Augen die beiden Männer an, die betrübt, aber unbeirrbar die nunmehr mit Aromen getränkten Rollen der Bandagen zurechtlegen. Maria macht zwei Schritte. Sie hat ihren Sohn auf den Stein zurückgelegt mit der Sorgfalt, mit der man ein Neugeborenes in die Wiege legt. Nun geht sie zwei Schritte, neigt sich am Fußende des Totenbettes, wo Magdalena auf den Knien weint, faßt sie an den Schultern, schüttelt sie und ruft: »Maria, antworte! Diese beiden hier glauben, daß Jesus nicht auferstehen kann, weil er ein Mensch und an seinen Wunden gestorben ist. Aber ist denn dein Bruder nicht älter als er? «

»Ja.«

»Und war nicht sein ganzer Leib von Wunden bedeckt? «

»Ja.«

»War er nicht schon verwest, bevor er ins Grab gelegt wurde? «

»Ja.«

»Und ist er nicht nach vier Tagen der Atemlosigkeit und der Verwesung auferstanden? «

»Ja.«

»Also?«

Es folgt ein langes, bedrückendes Schweigen. Dann ein unmenschlicher Schrei. Maria wankt und führt eine Hand zum Herzen. Man will sie stützen, doch Maria weist alle zurück. Es sieht aus, als würde sie die Barmherzigen abweisen. In Wirklichkeit aber weist sie den von sich, den nur sie allein sieht. Und sie schreit: »Zurück! Zurück, du Grausamer! Nicht diese Rache! Schweige! Ich will dich nicht hören! Schweige! Ach, er trifft mich mitten ins Herz! «

»Wer, Mutter?«

»O Johannes! Satan ist es. Satan, der sagt: „Er wird nicht auferstehen. Kein Prophet hat es gesagt.“ O allmächtiger Gott! Helft mir alle, ihr seligen Geister und ihr guten Menschen! Ich verliere den Verstand! Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Was sagen die Propheten? Was steht in den Psalmen? Oh, wer wiederholt mir die Stellen, die von meinem Jesus handeln? «

Und Maria Magdalena spricht mit ihrer vollen, schönen Stimme den Psalm Davids über das Leiden des Messias.

Die Mutter weint, von Johannes gestützt, noch stärker, und ihre Tränen fallen auf den toten Sohn, der ganz naß davon ist. Maria sieht es, trocknet ihn ab und sagt mit leiser Stimme: »So viele Tränen! Und als du so durstig warst, konnte ich dir keine einzige geben. Nun … wasche ich dich damit. Du gleichst einem von schwerem Tau bedeckten Strauch. Laß dich von deiner Mutter abtrocknen. Du hast schon so viel Bitterkeit verkostet! Auf deine Lippen sollen nicht auch die Bitterkeit und das Salz der mütterlichen Tränen fallen…! «

Dann ruft sie laut: »Maria, David sagt es nicht… Kennst du Jesaja? Wiederhole mir seine Worte …«

Magdalena sagt den Abschnitt über die Passion auf und endet mit einem Schluchzen: »… er gab sein Leben in den Tod dahin und ward unter die Übeltäter gezählt. Er, der die Schuld der Welt trug und für die Sünder eintrat.«

»Oh, schweige! Nicht Tod! Nicht dem Tod dahingegeben! Nein! Nein! Oh, euer Unglaube verbündet sich mit der Versuchung durch Satan und will mir Zweifel ins Herz streuen! Sollte ich dir nicht glauben, o Sohn? Deinem heiligen Wort nicht glauben? Oh, sage es meiner Seele! Sprich! Von den fernen Ufern, zu denen du gegangen bist, um die auf dein Kommen Wartenden zu erlösen, sende die Stimme deiner Seele meiner sehnsüchtig wartenden Seele; sie ist hier, weit offen, um deine Stimme zu vernehmen. Sage deiner Mutter, daß du zurückkommst. Sage: „Am dritten Tag werde ich auferstehen.“ Ich bitte dich, Sohn und Gott! Hilf mir, meinen Glauben zu bewahren. Satan versucht, ihn zu erschüttern und zu erwürgen. Satan hat mit seinem Schlangenmaul abgelassen vom Fleisch des Menschen, da du ihm diese Beute entrissen hast, und schlägt nun seine giftigen Fangzähne in mein Herz, lähmt seinen Schlag und seine Kraft, nimmt ihm seine Wärme. Gott! Gott! Gott! Laß nicht zu, daß ich dir mißtraue. Laß nicht zu, daß der Zweifel mich erstarren läßt. Gewähre Satan nicht die Freiheit, mich in die Verzweiflung zu treiben. Sohn! Sohn! Lege mir deine Hand aufs Herz. Sie wird Satan vertreiben. Lege sie mir aufs Haupt. Sie wird mir das Licht zurückbringen. Heilige mit einem Kuß meine Lippen, damit sie stark werden und sagen: „Ich glaube“, auch gegen eine ganze Welt, die nicht glaubt. Oh, welch ein Schmerz ist es, nicht zu glauben! Vater! Denen, die nicht glauben, muß man viel verzeihen. Denn wenn man nicht mehr glaubt… wenn man nicht mehr glaubt… ist man allen Schrecknissen ausgesetzt. Ich sage es dir … ich, die ich diese Qual am eigenen Leib erfahre. Vater, habe Mitleid mit den Glaubenslosen. Gib ihnen, heiliger Vater, gib ihnen für diese dargebrachte Hostie und für mich, die Hostie, die noch dargebracht wird, gib deinen Glauben den Ungläubigen. «

Ein langes Schweigen.

Dann geben Nikodemus und Josef, Johannes und Magdalena ein Zeichen.

»Komm, Mutter. « Magdalena hat das Wort ergriffen und versucht, Maria von ihrem Sohn wegzuführen, die Finger Jesu aus denen der Mutter zu lösen, die sie immer noch küßt und weint.

Die Mutter richtet sich feierlich auf. Ein letztes Mal streckt sie die armen, blutleeren Finger aus und legt die leblose Hand in die Seite des Leichnams. Dann läßt sie die Arme sinken, steht sehr gerade und mit leicht zurückgeneigtem Haupt und betet und opfert. Man hört kein Wort. Aber ihr ganzes Aussehen läßt erkennen, daß sie betet. Sie ist wahrlich die Priesterin am Altar, die Priesterin im Augenblick der Opferung. »Offerimus praeclarae majestati tuae de tuis donis, ac datis, hostiam puram, hostiam sanctam, hostiam immaculatam …«

Dann wendet sie sich um: »Fangt also an. Aber er wird auferstehen. Es ist unnütz, daß ihr meinem Verstand mißtraut und taub seid für die Wahrheit, die er euch gesagt hat. Vergebens versucht Satan, meinen Glauben zu trüben. Um die Welt zu erlösen, ist auch die meinem Herzen vom besiegten Satan zugefügte Qual nötig. Ich ertrage sie und opfere sie für die zukünftigen Menschen auf. Leb wohl, Sohn! Leb wohl, mein Geschöpf! Leb wohl, mein Kind! Leb wohl… Leb wohl … Heiliger … Guter … Geliebtester und Liebenswertester … Schönheit … Freude … Quelle des Heils … Leb wohl … Auf deine Augen … auf deine Lippen … auf dein goldenes Haar … auf deine erkalteten Glieder … auf dein durchbohrtes Herz … oh, auf dein durchbohrtes Herz … meinen Kuß … meinen Kuß … meinen Kuß … Leb wohl… Leb wohl! Herr! Erbarme dich meiner! «