"Bleib frohen Mutes.

Derjenige, der deine Wunden öffnet,
weiß auch, wie man sie wieder schließt und heilt.
Und das ist wunderbar.”

Zeugnisse von Pater Pio

Padre Pio Spielfim Deutsch

Aus aller Welt strömten sie zu ihm: Pater Pio von Pietrelcina, der demütige Mönch, der die fünf Wundmale trug, der an zwei Orten gleichzeitig wahrgenommen wurde und der in die Seelen der Menschen schaute wie durch ein offenes Fenster.

Ingrid Malzahn

Kurzbiographie

Pio von Pietrelcina, bekannter als Pater Pio, war Kapuziner und Ordenspriester. Ab 1918 zeigten sich bei ihm Stigmata; auch soll er über die Gaben des Heilens, der Prophetie und der Seelenschau verfügt haben, was Anlass für mehrere teils kirchliche, teils medizinische Untersuchungen war.
Vollständiger Name: Francesco Forgione

Leben und Wesen des Heiligen Pater Pio

Pater Pio, am 25. Mai 1887 als Francesco Forgione im apulischen Städtchen Pietrelcina geboren, ist Italiens populärster Heiliger. Beliebter – zumindest bildlich präsenter – als der Nationalheilige Franz von Assisi, als Antonius von Padua oder Katharina von Siena. Doch während die drei Letztgenannten auch im übrigen Europa, teils weltweit, hoch angesehen sind, bleibt „Padre Pio“ der italienischste aller Heiligen. Überall ist das Bildnis des grauhaarig bärtigen Kapuzinermönchs zu sehen: in Bars, Tankstellen – dort auch schon mal neben Kalendern leicht bekleideter Damen -, in Wohnzimmern, an Autoscheiben und Armaturenbrettern. In Kirchen ist Pater Pio massenhaft in Form von Kunstharzfiguren zu finden.

Die Bildnisse des 1999 selig- und 2002 heiliggesprochenen Paters sind Ikonen wie andernorts Popstarporträts. Als sein Sarg von April 2008 bis September 2009 mit dem einbalsamierten Leichnam erstmals in der riesigen neuen Wallfahrtskirche von Star-Architekt Renzo Piano zu besichtigen war, verwandelten 8,6 Millionen Menschen San Giovanni Rotondo in einen der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt.

Was macht Pio so beliebt? Für ältere Italiener ist Pater Pio noch Zeitgenosse und keine Gestalt des fernen Mittelalters wie Franz von Assisi. Und die Jüngeren kennen ihn als Heiligen des Medienzeitalters. Neben den ungezählten Fotos erzählen Radiomitschnitte und Fernsehaufnahmen seine Heiligenvita, mit „Padre Pio TV“ gibt es einen eigenen Fernsehsender. Den betreiben Mitglieder des Kapuzinerordens, dem Pater Pio angehörte.

Er war ein Mann tiefer Frömmigkeit und Einfachheit. Zudem muss Pater Pio – ähnlich dem französischen Priester Jean-Marie Vianney (1786-1859), dem Pfarrer von Ars – ein außergewöhnlicher Beichtvater gewesen sein. Er habe vom „Morgen bis zum Abend“ die Beichte gehört, sagte Papst Paul VI. einmal, eine Aussage, die durch die Mitbrüder des Paters bestätigt wurde. Hunderttausenden hat er Trost, Zuversicht und Hoffnung geschenkt. Zudem hatte Pater Pio offenbar die Gabe, ausweichend Beichtenden ihre nicht klar ausgesprochenen Sünden auf den Kopf zuzusagen. Das hinterlässt bleibenden Eindruck.

Quelle: vaticannews.va

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