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Predigt zum 30. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr: A

Missachtet nicht den Hilferuf der Notleidenden!

Heute, am Weltmissionssonntag, denke ich besonders an alle Notleidenden, deren Klageschreie und Hilferuf keine Zuhörer und helfenden Hände gefunden haben. Den Hilferuf der ungerechten Behandelten hören wir überall in der Welt. Die Benachteiligten und Notleidenden haben wir in allen Kulturen und Gesellschaften. Die Situation dieser Menschen kann unterschiedlich sein, aber die Tatsache, dass sie um Gerechtigkeit und Hilfe schreien, ist überall gleich.

Die heutige Feier soll unsere Aufmerksamkeit für den Hilfeschrei dieser Menschen wecken. Sie lädt uns ein, Mitleid mit ihnen zu haben und ihnen bei Suche nach Gerechtigkeit zu helfen. Allein der Gedanke, dass Gott den Bittruf dieser Menschen niemals außer Acht lässt - wie wir in der heutigen ersten Lesung gehört haben - macht uns bewusst, dass auch die Menschen, die dabei fürsorglich helfen, von Gott nicht außer Acht gelassen werden. Denn Helfer und Helferinnen der Benachteiligten sind Gottes Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Es fällt uns jedoch nicht immer leicht, auf die Situation anderer Menschen zu achten. Aufmerksamkeit für die anderen kann man bewusst lernen. Dabei muss man gegen die Haltung der Selbstgerechtigkeit kämpfen. Oftmals verstehen wir das Leben als permanenten Wettbewerb und begutachten unser eigenes Leben unbedacht mit Vergleichsblick. Dann glauben wir vielleicht, besser, fleißiger, erfolgreicher, usw. zu sein als die anderen und daher mehr Recht zu verdienen. Der Pharisäer im heutigen Evangelium tut genauso gegenüber dem Zöllner. Er sagt: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.“   

Vor Gott sind wir alle doch gleich. Wenn wir an gleiches Recht aller glauben, also an Gleichgerechtigkeit, dann werden wir uns in den anderen sehen und von ihrem Hilferuf angesprochen fühlen. Menschen fühlen sich zur Hilfe gerufen, wenn sie sich von einem Hilferuf angesprochen fühlen. Sie begeben sich in die Mission zu helfen, weil sie sich vor allem von der Notsituation anderer gerufen fühlen.

Auch heute lädt uns die Missio ein, auf den Hilferuf aus Afrika zu antworten. Die Kollekte ist besonders für die Notleidende in Afrika – Kenia – gemeint. Dort gibt es Menschen, die nicht genug zu essen haben. Sie kämpfen jeden Tag mit dem Hunger. Es gibt dort Kinder, die sehr intelligent sind, aber nicht die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, weil ihre Eltern kein Geld haben. Sie müssen erst einmal etwas zu essen bekommen. Sie haben keine Chance, eine Ausbildung zu bekommen. Viele Menschen dort müssten Brunnen bohren, um Trinkwasser zu finden, aber sie können das kaum leisten. Bei Krankheiten steht manchen kein Krankenhaus zu Verfügung. Selbst wenn sie Krankenhäuser zur Verfügung haben, können sie sich diese nicht leisten. Wenn wir heute die Kollekte für Weltmissionssonntag sammeln, ist es eine kleine Gelegenheit, diesen Menschen zu helfen.

Die Lesungen rufen uns auch dazu auf, Gottes Beistand in unserer eigenen Not oder unserem Leid nicht zu vergessen. Paulus hat geschrieben: „Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen.“ Auch wir können manchmal das Gefühl haben, dass niemand für uns eingetreten ist, dass alle uns im Stich gelassen haben. In solcher Situation sollen wir nicht vergessen, dass der Herr uns zur Seite steht und Kraft gibt.

Die Frohe Botschaft von heute ist, dass Gott uns nie im Stich lässt, und dass auch wir anderen Menschen bei ihrem Notleiden beistehen und helfen können.



Evangelium vom 30. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A: