Johannes Maria Vianney, h1>
Pfarrer von Ars
* 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon in Frankreich
†4. August 1859 in Ars-sur-Formans bei Lyon in Frankreich
… aus ihrem Leben!
Johannes-Maria, viertes von sechs Kindern der Bauernfamilie von Matthieu Vianney und Marie geb. Béluse, erlebte eine durch religiösen Eifer seiner Eltern gekennzeichnete Kindheit. Die Französische Revolution beeinflusst seine Jugendzeit; die erste Beichte legte er nicht in der Dorfkirche, sondern in seinem Elternhaus ab und empfing die Absolution von einem Priester, der seinen Dienst heimlich ausübte. Zwei Jahre später empfing er von einem Untergrund-Priester während einer Messe, die in einem Heuschuppen stattfinden musste, die Erstkommunion.
Johannes-Maria war nicht sonderlich intelligent und hatte entsprechend Schwierigkeiten, Priester zu werden. Ab 1805 besuchte er die Schule des Pfarrers Balley im Pfarrhaus in Ecully - mit sehr bescheidenem Lernerfolg; erst nach einer Pilgerfahrt zum Grab von Johannes Franz Regis in der Krypta der Kirche in Lalouvesc im Sommer 1806 machte er bescheidene Fortschritte. Inmitten der Trostlosigkeit des Lernens
wurde ihm die Firmung zum Trost; als Firmpatron erwählte er sich Johannes den Täufer und nannte sich von da an Johannes-Baptist Vianney.
1809 musste Vianney die Pfarrschule verlassen, da er zum Militär eingezogen wurde. Mehr oder weniger aus eigenem Antrieb wurde er fahnenflüchtig, konnte aber nach einer Amnestie 1811 in seine Heimat und zu seinen Studien zurückkehren. 1812 trat er ins damalige Priesterseminar - heute eine Niederlassung der Maristen - in Lyon ein, von wo er ohne erfolgreichen Abschluss 1815 entlassen wurde, da er zu wenig Latein verstand und seine Studienleistungen unzureichend waren. Nach einer speziellen Prüfung durch den Generalvikar wurde er dann doch noch zur Priesterweihe zugelassen, weil er immerhin fromm sei, den Rosenkranz beten könne und die Gottesmutter verehre
; die Weihe erfolgte 1815 in Grenoble.
Johannes-Baptist Vianney wurde 1815 seinem früheren Lehrer, dem Pfarrer von Ecully als Kaplan zugewiesen, der führte ihn in das geistliche Leben ein. Nach dessen Tod 1817 traute er sich aber die Nachfolge nicht zu, 1818 kam er deshalb nach Ars-sur-Formans in die damals kleine Pfarrkirche einer entchristlichten und gleichgültigen Gemeinde, deren Bewohner nichts außer der Taufe von Tieren unterscheidet
, wie einer der resignierten Vorgänger zusammengefasst hatte. Es gab Unsitten wie Trinken, Tanzen, Fluchen und Sonntagsarbeit, die dann von Vianney auch auf das Heftigste bekämpft wurden. Die ersten Jahre lebte er sehr einsam und allein, verbrachte viele Stunden im Gebet, fastete, schloss sich nachts in der Kirche ein, verkroch sich in die Beichtstühle.
Johannes-Baptist Vianney ist es dann aber doch gelungen, bei den Menschen in Ars-sur-Formans den Glauben wieder zu neuem Leben zu erwecken. 1825 gründete er unter dem Namen La Providence
, Die Vorsehung
, eine Mädchenschule, 1827 wurde ihr ein Pensionat für obdachlose Mädchen angeschlossen.
Seit 1832 gab es auch eine Knabenschule in Ars. Immer mehr Menschen fühlten sich in der Folgezeit von ihm angezogen. Leidenschaftlich, mit großer Geduld, übergroßem Eifer und langmütiger Güte wirkte er in seiner Gemeinde. Im seelsorglichen Zuspruch im Beichtstuhl wurde seine Größe offenbar. Die Gabe der Krankenheilung und Prophezeiung brachte ihm Anerkennung, bald Bewunderung ein. Immer mehr verwandelte sich die Bevölkerung von Ars, keiner konnte sich diesem Einfluss entziehen. Aus ganz Frankreich pilgerten schließlich Menschen zu ihm, zogen sogar mit ihren Familien nach Ars. Tag und Nacht saß der asketische Johannes-Baptist im Beichtstuhl.
Legenden oder Worte der Heiligen
Alle Menschen sind berufen zur Heiligkeit:
Seid heilig, weil ich heilig bin, sagt uns der Herr. Warum gibt uns Gott solch ein Gebot? Weil wir seine Kinder sind, und wenn der Vater heilig ist, müssen es auch die Kinder sein. Nur die Heiligen können hoffen, sich einst der Gegenwart Gottes zu erfreuen, die die Heiligkeit selbst ist. In der Tat, ein Christ sein und in der Sünde leben ist ein ungeheuerlicher Widerspruch. Ein Christ muss ein Heiliger sein. …
Die Heiligkeit besteht also nicht in großen Dingen, sondern in der treuen Beobachtung der Gebote Gottes und in der Pflichterfüllung an dem Platz, an den Gott uns gestellt hat. Wir sehen oft, dass einer, der in der Welt lebt und treu die kleinen Pflichten seines Standes erfüllt, Gott wohlgefälliger ist als die Einsiedler in ihren Wüsten.
Wollt ihr noch mehr wissen, was ein Heiliger in den Augen Gottes ist? Er ist ein Mensch, der Gott fürchtet, der ihn ehrlich liebt und ihm in Treue dient. Er ist ein Mensch, der sich nicht vom Hochmut aufblähen und nicht von der Eigenliebe beherrschen lässt, der wirklich demütig ist und klein in seinen eigenen Augen. Wenn er der Güter dieser Welt entbehrt, wünscht er sie nicht zu haben, wenn er sie besitzt, hängt er sein Herz nicht daran. Er ist ein Feind jedes ungerechten Gewinns, er besitzt seine Seele in der Geduld und Gerechtigkeit und ärgert sich nicht über eine Ungerechtigkeit, die ihm widerfährt. Er liebt seine Feinde, er sucht sich nicht zu rächen. Er erweist seinem Nächsten alle Dienste, die er kann. Gern teilt er seine Habe mit den Armen. Er sucht Gott allein und verachtet die Güter und Ehren dieser Welt. Er schaut allein auf die Güter des Himmels, er hat keinen Geschmack an den Vergnügungen dieses Lebens und sucht sein Glück allein, indem er Gott dient. Er besucht gern den Gottesdienst, er empfängt häufig die Sakramente und befasst sich ernsthaft mit seinem Heil. Er verabscheut jede Unreinheit, und er flieht schlechte Gesellschaft, so gut er kann, um seinen Leib und seine Seele rein zu erhalten. Er unterwirft sich dem Willen Gottes in allen Kreuzen und Widrigkeiten, die ihn treffen. Er klagt niemanden an, aber er bekennt, dass er selbst in seiner Sündhaftigkeit mit der Gerechtigkeit Gottes beschenkt wurde.
Als guter Vater sucht er nur das Heil seiner Kinder, indem er ihnen ein gutes Beispiel gibt, und er tut nie etwas, was ihnen ein Ärgernis sein kann. Als gütiger Herr liebt er seine Diener, als wären es seine Brüder und Schwestern. Als Sohn ehrt er Vater und Mutter und sieht sie so an, wie wenn sie den Platz Gottes selbst einnähmen. Als Hausangestellter sieht er in der Person seiner Herrschaft Jesus Christus selbst, der ihm durch ihren Mund seine Aufträge gibt. …
Wir können Heilige werden, weil Gott uns dazu seine Gnade niemals verweigern wird.
Johannes-Baptist Vianney über das Gebet:
Das ist die schöne Aufgabe des Menschen, zu beten und zu lieben. Wenn ihr betet und liebt, seht, das ist das Glück des Menschen auf Erden. Das Gebet ist nichts anderes als Vereinigung mit Gott.
Meine Kinder, ihr habt ein enges Herz, aber das Gebet weitet es und macht es fähig, Gott zu lieben. Das Gebet gibt uns einen Vorgeschmack des Himmels, etwas vom Paradies steigt zu uns herab. Es lässt uns niemals ohne Süßigkeit zurück. Es ist Honig, der in die Seele fließt und alles versüßt.
Im rechten Gebet schmelzen die Schmerzen wie Schnee in der Sonne.
Der hl. Pfarrer von Ars sagte über das kostbare Blut:
„Jedesmal, wenn ich eine Gnade erhielt, habe ich sie erhalten, indem ich das kostbare Blut durch die allerseligste Jungfrau dem Himmlischen Vater aufopferte.“ Er verfasste folgendes Gebet:
O Mutter Jesu, durch deine unermesslichen Schmerzen beim Leiden und Sterben Deines göttlichen Sohnes und um der bitteren Tränen willen die Du vergossen hast, bitte ich Dich: Opfere den heiligen, mit Wunden und Blut bedeckten Leib unseres göttlichen Erlösers in Vereinigung mit deinen Schmerzen und Tränen dem himmlischen Vater auf zur Rettung der Seelen und um die Gnade zu erlangen, um die ich dich anflehe.
Anschließend 3 Mal: Jesus, Maria, ich liebe Euch – rettet Seelen!
"Die schlechten Christen lässt der Teufel in Ruhe, niemand beachtet sie.
Wer aber das Gute tut, den macht er zur Zielscheibe des Spottes und der Verleumdungen.
Das ist ein Anlass zu großen Verdiensten."
"Alle guten Werke zusammen erreichen nicht den Wert eines einzigen Messopfers, denn es sind die Werke der Menschen.
Die Messe aber ist Gottes Werk."





