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Der Heilige

Vinzenz von Paul,

Priester, Ordensgründer

* 24. April 1581 im Weiler Ranquines in Pouy, heute St-Vincent-de-Paul in der Gascogne in Frankreich
† 27. September 1660 in Paris in Frankreich

… aus ihrem Leben!

Vinzenz von Paul stammte aus Pouy, einem Dorf in der Gascogne (Südfrankreich), das seit 1828 St-Vincent-de-Paul heißt. Er wurde im Jahr 1600, noch nicht zwanzig Jahre alt, zum Priester geweiht. Hatte er diesen Beruf zunächst gewählt, um aus der Armut herauszukommen, so vollzog sich in dem jungen Priester bald ein tiefer Wandel, zu dem die Begegnung mit dem Priester (und späteren Kardinal) Bérulle wesentlich beitrug. Als Hausgeistlicher des Grafen de Gondi entdeckte Vinzenz die Verlassenheit und religiöse Unwissenheit der Landbevölkerung, und er stellte auch die mangelhafte Bildung vieler Geistlicher fest. Aus kleinen Anfängen entstand 1625 die Kongregation der Lazaristen, so genannt nach dem ehemaligen Priorat St-Lazare, das der Kongregation seit 1633 als Mutterhaus dient. Die Aufgabe der Lazaristen sah Vinzenz in der Abhaltung von Volksmissionen und in der Heranbildung eines guten Klerus; der Erfolg einer Mission kann ja nicht von Dauer sein, wenn die Arbeit nicht an Ort und Stelle weitergeführt wird. In Zusammenarbeit mit Louise de Marillac gründete Vinzenz die „Töchter der Liebe“ (Barmherzige Schwestern, Vinzentinerinnen). Immer tat Vinzenz „nur“ das Notwendige: das, was die Situation ihm als den Willen Gottes zeigte. Er hat keine Bücher geschrieben und keine Wunder gewirkt, aber er war demütig und treu, groß in seiner Einfachheit. Er starb 1660 in der Nacht zum 27. September.

 

Strom der Güte

„Kein Mensch ist im Guten stetiger und unbeirrbarer als der Milde und Gütige. Ewig wankend sind sie alle, die sich vom Zorn und von der unersättlichen Gier der Leidenschaften fortreißen lassen. Sie handeln schrullenhaft und unbeherrscht - wie Sturzbäche sind sie, deren Kraft und Ungestüm nur im Überborden besteht. So wie sie verfließen, trocknen sie aus. Anders die Ströme, die wie gütige Menschen sind - ohne Geräusch und voller Ruhe ziehen sie dahin, ohne je zu versiegen.“

„Ich habe Hochachtung und Liebe, um eine ganze Welt damit zu beschenken.“ (Vinzenz von Paul)

Quelle: erzabtei-beuron.de


Simon François De Tours: Portrait, entstanden kurz vor Vinzenz' Tod, im Mutterhaus der Vinzentinerinnen in Paris
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Worte des Heiligen

Es kommt im christlichen Leben darauf an, das Tun der Martha mit dem der Maria zu verbinden:
Nichts entspricht dem Evangelium mehr, als auf der einen Seite in der Einsamkeit, in Gebet und Lesung Erleuchtung und Kräfte für die eigene Seele zu sammeln, dann aber hinzugehen und den Menschen von dieser geistigen Nahrung mitzuteilen. So tat es unser Herr, so nach ihm die Apostel. Es kommt darauf an, das Tun der Martha mit dem der Maria, von denen wir im Evangelium des heiligen Lukas lesen (Lukasevangelium 10, 38 f), zu verbinden.
Es gilt die Taube nachzuahmen, die die Hälfte ihres Futters selbst frisst und den Rest im Schnabel für ihre Jungen mitnimmt. So müssen wir handeln und durch unsere Werke bezeugen, dass wir Gott lieben. Unsere ganze Aufgabe ist: Handeln.


Dabei hat im Zweifelsfall die Nächstenliebe immer den Vorrang:
Wenn ihr also das Gebet um eines Armen willen verlasst, dann bedenkt, dass gerade das Gottesdienst ist. Die Liebe, auf die alles ausgerichtet sein muss, steht über den Regeln. Sie ist die Herrin. Also muss man alles tun, was sie befiehlt.
Denn die Armen sind unsere Herren, sie sind unsere Könige. Man muss ihnen gehorchen. Es ist keine Übertreibung, sie so zu bezeichnen; denn in den Armen ist unser Herr gegenwärtig.

Quelle: Vinzenz von Paul: Worte des Erbarmens, hrsg. von O. Schnelle, 2. Aufl. Herder, Freiburg i. Br. 1981, S. 60f, 52, 47

Zitate von Vinzenz von Paul:

Erbarmen ist das innerste Geheimnis Gottes. So heißt es auch in der Liturgie, es sei Gott eigen, sich zu erbarmen und den Geist des Erbarmens zu verleihen. Gott schenke uns diesen Geist des Mitleidens und des Erbarmens in Fülle und halte ihn lebendig in uns!

Körperliche und geistige Mängel sollen für uns Hinweis sein auf das Erbarmen Gottes. Haben wir Ehrfurcht vor denen, die an solchen Gebrechen leiden. Mancher, der sich in der Malerei auskennt, macht von einem einzigen Pinselstrich eines bedeutenden Künstlers mehr Aufhebens als von dem fertigen Gemälde eines durchschnittlichen Malers. So wollen auch wir die Gebrechen als Kunstgriffe eines großen Meisters betrachten, wenn wir auch noch nicht sehen, wie sie sich in das Gesamtbild einordnen.

Sich für sein ganzes Leben Gott weihen, um den verlassensten Menschen in der Welt zu dienen, ist das nicht ein Martyrium? Ohne Zweifel. Ein Kirchenvater sagt, derjenige sei ein Märtyrer, der sich Gott weiht, um dem Nächsten zu dienen, und der gern alle Schwierigkeiten erträgt, die ihm dabei begegnen.

Quelle: Vinzenz von Paul: Worte des Erbarmens, hrsg. von O. Schnelle, 2. Aufl. Herder, Freiburg i. Br. 1981, S. 15, 97, 66 - 68

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott

26 Seht doch auf eure Berufung, Brüder und Schwestern! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,

27 sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.

28 Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten,

29 damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.

30 Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.

31 Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift. 



1 Kor 1,26-31
Evangelium aus dem Schott


Mt 9,35-38

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Siehe, ich bin eine Magd des Herrn

… Ja, mir geschehe, wie Du es gesagt.

Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.