Cyprian von Karthago, h1>
Bischof von Karthago, Märtyrer
* um 200 in Karthago, heute Vorort von Tunis in Tunesien
†14. September 258 daselbst
… aus ihrem Leben!
Worte des Heiligen
Cyprian widmet dem Gut der Geduld
eine eigene Schrift, so bedeutsam scheint sie ihm für den Glauben zu sein:
Meine sehr geliebten Brüder [und Schwestern], … wir wollen die Geduld, durch die wir in Christus bleiben und mit Christus zu Gott gelangen können, mit aller Gewissenhaftigkeit festhalten. Reich und vielseitig, wie sie ist, ist sie nicht auf ein enges Gebiet beschränkt oder in enge Grenzen eingeschlossen. Weit reicht die Wirkung der Geduld, und ihre Fülle und ihr Reichtum entspringt zwar aus der Quelle dieses einen Namens, aber sie ergießt sich in reich sprudelnden Kanälen über die Bahnen des Ruhms, und nichts kann in unserem Handeln zu ruhmreicher Vollendung gelangen, wenn es nicht von ihr her die Kraft der Vollendung empfängt.
Die Geduld ist es, die uns unserem Gott empfiehlt und bewahrt. Sie ist es, die den Zorn mäßigt, die Zunge im Zaum hält, die den Sinn leitet, den Frieden bewahrt, die Zucht lenkt, die das Ungestüm der Leidenschaft bricht, der Gewalt des aufwallenden Zorns Einhalt gebietet, die auflodernde Feindschaft zum Erlöschen bringt, die Macht der Reichen in Schranken hält, die Not der Armen lindert, die an den Jungfrauen ihre selige Unschuld, an den Witwen ihre mühevolle Keuschheit, an den ehelich Verbundenen ihre unzertrennliche Liebe schützt. Sie macht demütig im Glück, mutig im Unglück, sanftmütig gegenüber Unrecht und Kränkung. Sie lehrt, den Fehlenden schnell zu verzeihen, wenn man aber selbst sich vergeht, lange und inständig [um Verzeihung] zu bitten. Sie überwindet die Versuchungen, sie erträgt die Verfolgungen, sie führt das Leiden und das Martyrium zur Vollendung. Sie ist es, die unserem Glauben eine starke Grundlage gibt. Sie ist es, die unsere Hoffnung hoch aufwachsen lässt. Sie leitet unser Tun und Lassen, so sind wir imstande, den Weg Christi einzuhalten, indem wir in seiner Geduld wandeln. Sie bewirkt es, dass wir Gottes Kinder bleiben, indem wir die Geduld des Vaters nachahmen.
Quelle: Cyprian von Karthago: De bono patientiae 20. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 3, 1 = Binliothek der Kirchenväter 2 34, S. 200 f; bearbeitet
Zitate von Cyprian von Karthago:
Gott horcht nicht auf die Stimme, sondern auf das Herz, und es ist nicht nötig, ihn, der die Gedanken sieht, erst durch lautes Geschrei zu mahnen. …
Die Betenden aber sollen nicht mit unfruchtbaren und leeren Bitten zu Gott kommen. Unwirksam ist unser Flehen, wenn unser Gebet zu Gott fruchtlos ist. Denn da jeder Baum, der keine Frucht bringt, ausgehauen und ins Feuer geworfen wird (vgl. Matthäusevangelium 3, 10), so können natürlich auch Worte, die keine Frucht tragen, Gottes Gnade nicht erwirken, weil sie nicht ergiebig sind an guten Werken. … Schnell [dagegen] steigen die Gebete zu Gott empor, wenn sie durch das Verdienst unserer guten Werke vor Gott gebracht werden.
Quelle: Cyprian von Karthago: Ad Donatum 5. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 3, 1 = Bibliothek der Kirchenväter 2 34, S. 54 f; bearbeitet
Geht nicht ein Kampf voraus, so kann es keinen Sieg geben. Erst wenn im Getümmel der Schlacht der Sieg gewonnen ist, dann wird den Siegern auch die Krone zuteil. Den Steuermann erkennt man im Sturm, in der Schlacht bewährt sich der Soldat. Leicht lässt sich's prahlen, wenn keine Gefahr droht; erst der Kampf in Widerwärtigkeiten erweist echte Tüchtigkeit. Der Baum, der tief im Boden verwurzelt ist, wird von den antosenden Winden nicht entwurzelt, und das Schiff, das in sich fest gefügt ist, wird zwar von den Wogen hin und her geworfen, aber nicht leck geschlagen, und wenn auf der Tenne das Getreide gedroschen wird, so spotten die kräftigen, schweren Körner dem Wind, die leere Spreu dagegen wird vom Wehen des Windes davongeblasen. … Das ist also der Unterschied zwischen uns und den anderen, die Gott nicht kennen: Diese begehren im Unglück auf, während uns das Unglück von der echten Sittlichkeit und vom wahren Glauben nicht abbringt, sondern im Schmerz erprobt.
Deine ständige Beschäftigung sei das Gebet oder die [geistliche] Lesung! Rede du bald selbst mit Gott, bald lass Gott zu dir reden! …
Wir dürfen um unsere Brüder nicht trauern, wenn sie durch den Ruf des Herrn von der Welt befreit worden sind. Wissen wir doch: Sie gehen [uns] nicht verloren, sondern nur voraus, sie schreiten uns mit dem Abscheiden nur voran; wir dürfen uns zwar, wie es beim Aufbruch zu einer Land- oder Seereise üblich ist, nach ihnen sehnen, aber nicht um sie klagen, noch hier schwarze Kleider anlegen, wenn sie dort bereits weiße Gewänder angetan haben; denn man darf den Heiden keine Gelegenheit geben, uns mit Fug und Recht zu tadeln, weil wir die, die doch nach unseren Worten bei Gott leben, als tot und verloren betrauern und so den Glauben, den wir in Wort und Rede kundtun, nicht auch mit dem Zeugnis unseres Herzens und unserer Seele erweisen.
Quelle: Cyprian von Karthago: De mortalitate. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 3, 1 = Bibliothek der Kirchenväter 2 34, 242 f, S. 247 - 249; bearbeitet
Alles, was von Gott kommt, dient uns allen gemeinsam zum Gebrauch und niemand ist von seinen Wohltaten und Gaben ausgeschlossen, sondern das ganze Menschengeschlecht soll sich der göttlichen Güte und Freigebigkeit in gleicher Weise erfreuen. So leuchtet der Tag, so strahlt die Sonne, so strömt der Regen, so weht der Wind für alle ohne Unterschied, die Schlafenden haben einen und denselben Schlummer, und der Glanz der Sterne und des Mondes leuchtet allen gemeinsam. Der Besitzer also, der auf Erden nach diesem Vorbild der Gleichheit seine Einkünfte und Erträgnisse in Geschwisterlichkeit teilt, ahmt Gott den Vater nach, indem er in seinen Spenden Gemeinsinn und Gerechtigkeit walten lässt.
Quelle: Cyprian von Karthago: De opere et eleemosynis. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 3, 1 = Bibliothek der Kirchenväter 2 34, 282 f; bearbeitet
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung
Russische IkoneJoachim Schäfer - heiligenlexikon.de
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