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Der Heilige

Johannes Chrysostomus,

Patriarch von Konstantinopel, Kirchenvater

* um 345 in Antiochia, heute Antakya / Hatay in der Türkei
† 14. September 407 in Comana Pontica, heute Ruinen in Gümenek bei Tokat in der Türkei

… aus ihrem Leben!

Johannes mit dem Beinamen Chrysostomus (Goldmund), der große Prediger und Seelsorger, wurde gegen 350 in Antiochien (Syrien) geboren. Ein heidnischer Philosoph, der die Mutter des Johannes kennen gelernt hatte, rief aus: „Was für wunderbare Frauen findet man bei den Christen!“ Johannes studierte ausgiebig antike Rechtswissenschaft und Rhetorik. 369 empfing er die Taufe, 374 schloss er sich für einige Jahre einer Eremitengruppe auf einem Berg in der Nähe von Antiochien an. 386 wurde er Priester; bald wurde er durch seine Predigten berühmt, die geradezu einen politischen Machtfaktor darstellten. 397 wurde er als Patriarch nach Konstantinopel geholt. Er lebte weiterhin einfach wie ein Mönch, predigte, erklärte die Heilige Schrift, sorgte für die Armen und die Kranken. Er mahnte zur häufigen Kommunion, aber auch zur Ehrfurcht vor den göttlichen Mysterien. Seine Seelengröße zeigte Johannes im Leiden. Die Kaiserin fühlte sich betroffen, als der Bischof gegen den Luxus der reichen Damen predigte, und betrieb seine Absetzung. Sie hatte Erfolg, und Johannes musste in die Verbannung gehen. Zwar konnte er bald zurückkehren, aber eine zweite Ausweisung war endgültig. Johannes wurde nach Armenien verbracht und sollte von dort an das Ostufer des Schwarzen Meeres transportiert werden. Unterwegs starb er an Erschöpfung; seine letz­ten Worte waren: „Gott sei für alles gepriesen!“ Das war am 14. September 407.

Die Anmaßung

„Es gibt nichts Schlimmeres als die Anmaßung. Sie nimmt den Menschen die vernünftige Überlegung und zieht ihnen den Ruf der Albernheit zu, ja sie bringt sie so weit, dass sie völlig unvernünftig werden.“ (Johannes Chrysostomus)

Quelle: erzabtei-beurn.de

 


Sebastiano del Piombo: Johannes Chrysostomus um 1509, in der Kirche S. Giovanni Crisostomo in Venedig
Joachim Schäfer, https://www.heiligenlexikon.de, Ökumenisches Heiligenlexikon

Legenden oder Worte der Heiligen

Worte des Heiligen

Das Treiben der Schickeria löst bei vielen Neid aus. Johannes stellt der Fragwürdigkeit dieses Lebensstils den Reichtum des sittlich Guten gegenüber:
Sag mir doch, was stehst du so aufgeregt da und starrst mit offenem Mund auf den Reichtum? Was siehst du daran so Bewundernswertes, das deine Blicke fesseln könnte? Die mit Gold geschmückten Pferde?, die Sklaven, fremdländische und verschnittene?, die Prachtgewänder?, die darin befindliche verweichlichte Seele?, die hochgezogene Augenbraue?, das Umschwärmtsein?, der Trubel? Und wo ist denn hier das Bewundernswerte?
Was haben denn eigentlich solche Leute voraus vor den Bettlern, die auf dem Markt tanzen und pfeifen? Denn auch diese sind von großem Hunger geplagt: dem nach dem sittlich Guten. Einen Tanz führen sie auf, der noch viel lächerlicher ist, denn sie treiben sich herum bald an reich besetzten Tafeln, bald im Gemach von Dirnen, bald in Schwärmen von Schmeichlern und Schmarotzern.
Wenn sie dabei goldenen Schmuck an sich tragen, so sind sie umso bemitleidenswerter, als sie da etwas zum Gegenstand ihrer Sorge machen, was mit ihnen selbst gar nichts zu tun hat. Schau nicht auf das äußere Gewand, sondern decke ihre Seele auf und schau, ob sie von tausend Wunden durchbohrt ist, ob sie nicht in Lumpen gehüllt, ob sie nicht einsam und schutzlos ist.
Was nützt ihr da ihr wahnsinniges Streben nach Dingen, die außerhalb ihrer selbst sind?
Es ist viel besser, ein Bettler zu sein und ein sittlich gutes Leben zu führen, als ein König zu sein mit einem lasterhaften Leben. Denn der Bettler genießt ein volles inneres Glück; seine äußere Not kommt ihm gar nicht zum Bewusstsein wegen seines inneren Reichtums. Ein König dagegen, der sein Glück in Dingen sucht, die nicht mit seinem Selbst zu tun haben, empfindet in dem, was ihn am meisten angeht, große Qual, in seiner Seele, in seinen Gedanken, in seinem Gewissen, die zusammen [mit ihm selbst] in der Entfremdung leben.
In dieser Überzeugung lasst uns also die golddurchwirkten Kleider ablegen, lasst uns vielmehr nach dem sittlich Guten streben und der [inneren] Freude, die daraus erwächst! So werden wir hier wie dort ein Übermaß an Wonne verkosten und an den verheißenen Gütern Anteil erlangen durch die Gnade und Menschenfreundlichkeit unseres Herrn Jesus Christus, mit welchem zusammen dem Vater und dem Hl. Geist Ruhm, Ehre und Macht sei jetzt und immer und bis in alle Ewigkeit. Amen.


Zur Wohltätigkeit bedarf es keiner besonderen Qualifikationen, sondern nur der guten Absicht:
Wenn es dir recht ist, wollen wir zuerst den Ackerbau ins Auge fassen. Er ist auf die Schmiedekunst angewiesen, von der er Hacke und Pflugschar, Sichel und Axt und anderes mehr bezieht; dann braucht er das Wagnerhandwerk, das den Pflug baut, das Joch zimmert und die Wagen zum Dreschen der Ähren; ferner die Sattlerei, die Riemen macht, und die Baukunst, welche den Pflugstieren einen Stall und den Feldarbeitern Wohnungen errichtet; ferner die Sägerei, welche das Holz schneidet, und zu guter Letzt auch die Bäckerei; ohne das kann der Ackerbau nicht bestehen.
Ähnlich verhält es sich mit der Weberei; um etwas zustande zu bringen, bedient sie sich vieler anderer Künste, die mithelfen müssen; denn wenn diese ihr nicht beistehen und ihr die Hand reichen, steht auch sie ratlos da. Und so bedarf jede Kunst einer anderen.
Zu den Werken der Barmherzigkeit brauchen wir jedoch gar nichts anderes als nur die gute Absicht. Wenn du aber einwendest, es seien dazu Geld, Häuser, Kleider, Schuhe notwendig, so lies nur, was Christus von der Witwe sagte, und gib deinen Widerstand auf! Denn wenn du auch noch so arm, ja selbst ein Bettler bist, wenn du zwei Heller gibst, hast du alles getan, und wenn du bloß ein Gerstenbrot hast und gibst es, so bist du zum Gipfel dieser Kunst aufgestiegen. Diese Wissenschaft wollen wir also erlernen und in die Tat umsetzen; denn sie zu verstehen ist besser, als König zu sein und sich mit einem Diadem zu schmücken.

Quelle: Johannes Chrysostomus: Homilie in Rom 5, 4. In: Patrologia Graeca 60, Sp. 421 - 422 = Bibliothek der Kirchenväter 2, 39, S. 59 f; bearbeitet
Johannes Chrysostomus: Homilie zu Matthäus 52, 4. In: Patrologia Graeca 57, Sp. 523 = Bibliothek der Kirchenväter 2, 26, S. 136; bearbeitet

Zitate von Johannes Chrysostomus:

Was wertvoller ist als alles? Die Liebe Christi.
Wir bewahren unsere guten Werke am besten, wenn wir sie vergessen.
Wir sollten durch unser Leben die Erde zum Himmel machen.
Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man empfängt, sondern in dem, was man gibt.
Was nützt der Verzicht auf Fleisch und Fisch, wenn wir dafür unsere Mitmenschen beißen und fressen?
Jede Rede gleicht der Belagerung der Seele des Hörers.
Ein von Eifer entflammter Mensch reicht hin, ein ganzes Volk aufzurichten!
Man muss Gott fürchten, um die Menschen nicht zu fürchten.
Ein Asyl für jeden Kummer ist das Gebet.
Nichts bringt Gott so sehr auf, als Unbarmherzigkeit.
Höher als jeden Maler, als jeden Bildhauer und alle ähnlichen Künstler achte ich denjenigen, der jugendliche Herzen zu bilden versteht.
Wir schulden den Tieren größere Güte und Aufmerksamkeit aus vielen Gründen. Aber vor allen Dingen, weil sie der gleichen Herkunft sind wie wir.
Verschiebe nichts auf morgen, das Morgen ist endlos.
Der Arme hält die Hand hin, Gott aber empfängt das Almosen.

Quelle: https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=921_Johannes+Chrysostomos

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Der treue Freund ist wie Medizin im Leben, er ist ein wertvoller Schutz.

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Mit dem Freund hat man eine solch tiefe Gemeinschaft, daß sie der Seele eine unaussprechliche geistliche Freude schenkt.
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Wir bewahren unsere guten Werke am besten, wenn wir sie vergessen.
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Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man empfängt, sondern in dem, was man gibt.
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Wer Almosen gibt, gewöhnt sich daran, Geld und Gut nicht mehr zu bewundern.
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Was nützt der Verzicht auf Fleisch und Fisch, wenn wir dafür unsere Mitmenschen beißen und fressen?
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Ein von Eifer entflammter Mensch reicht hin, ein ganzes Volk aufzurichten!
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Die Geduld ist imstande, auch den verwildertsten und frechsten Menschen so umzustimmen, daß er lenksam und für edlere Regungen wieder empfänglich wird.
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Mag der ganze Erdkreis erschüttert werden, ich habe den Schutzbrief meines Herrn in der Hand. Sein Inhalt ist mir eine Mauer und ein unbezwingbarer Schutzwall.

Man muß Gott fürchten, um die Menschen nicht zu fürchten.

Die Erforschung des Gewissens ist die Mutter der Furcht und Reue; denn das Gewissen ist das Buch, in das die täglichen Schulden eingetragen werden.

Nichts bringt Gott so sehr auf, als Unbarmherzigkeit.

Schöpferin aller Tugenden ist die Liebe.

Der Friede ist ein so großes Gut, daß die, welche Frieden stiften und herstellen, Kinder Gottes genannt werden.


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… Ja, mir geschehe, wie Du es gesagt.

Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.