Josef von Calasanz, h1>
Priester, Ordensgründer
* 31. Juli 1557 oder 11. September 1556 in Peralta de la Sal bei Huesca in Spanien
†25. August 1648 in Rom
… aus ihrem Leben!
Er wurde 1556 in einem kleinen Dorf des nördlichen Spanien geboren. 1583 wurde er zum Priester geweiht. Schon wenige Jahre später wurde er zum Generalvikar des Bistums Urgel ernannt. Anfang 1592 kam er nach Rom, wie es scheint, im Auftrag seines Bischofs. Hier lernte er die Verlassenheit und Unwissenheit kennen, in der die Kinder der Armen heranwuchsen, ohne dass sich jemand darum gekümmert hätte. Bald wurde ihm seine Berufung klar. Zusammen mit zwei anderen Priestern eröffnete er 1597 die erste unentgeltliche Volksschule Europas. Seine Mitarbeiter schloss er in einer Kongregation zusammen, die in der Folge den Namen „Piaristen“ (Clerici Regulares Scholarum Piarum) erhielt und die 1617 von Papst Paul V. anerkannt wurde. 1621 wurde die Genossenschaft als Orden mit feierlichen Gelübden errichtet; außer den drei üblichen Gelübden verpflichteten sich die Mitglieder, der christlichen Erziehung der Jugend zu dienen. Aber bald hatte der Orden infolge von Verleumdungen eine schwere Krise zu bestehen. Josef starb 1648, ohne das Ende der Krise und die Wiederherstellung des Ordens zu erleben. Er wurde 1767 heilig gesprochen.
Wichtig
„Gebt fröhlich! Gott wird weitersorgen.“
„Wir müssen Gott machen lassen. Wichtig ist nur, dass wir seinen Willen begreifen und tun.“ (Josef von Calasanz)
Quelle: erzabtei-beuron.de
Francisco de Goya y Lucientes: Die letzte Kommunion des Hl. Josef von Calasanza, 1819, in den frommen Schulen von San Antón in MadridJoachim Schäfer - heiligenlexikon.de
Legenden oder Worte der Heiligen
Worte des Heiligen
In einer Denkschrift an Kardinal Tonti setzt er sich für eine verantwortungsvolle Erziehung der Kinder ein:
Es ist ein heiliger Dienst, Kinder zu erziehen, besonders die Kinder der Armen, und sie so zu belehren, dass sie das ewige Leben erlangen können. Dieser Dienst besitzt eine hohe Würde und findet großen Lohn; jedermann weiß es.
Wenn wir nämlich die Kinder unterrichten und sie vor allem in christlicher Frömmigkeit und Lehre erziehen, sorgen wir für ihr Heil an Leib und Seele, und wir leisten ihnen gewissermaßen den nämlichen Dienst wie ihre Schutzengel.
Dieser Dienst ist für die jungen Menschen, welchen Geschlechtes und Standes sie auch sein mögen, eine ausgezeichnete Hilfe. Er zieht sie vom Bösen ab und hält sie zu guten Taten an. Junge Menschen werden mit solcher Hilfe derart zum Guten verwandelt, dass man in den so Erzogenen die Zöglinge von früher nicht mehr wiedererkennt. Junge Menschen kann der Erzieher leicht dahin führen, wohin er ihren Geist führen möchte; wenn wir sie erst verhärten lassen, wird die Möglichkeit, sie zu biegen, stark verringert oder zuweilen ganz aufgehoben. Wenn wir den Kindern, besonders den armen, eine passende Erziehung angedeihen lassen, mehrt das ihre menschliche Würde. Die ganze menschliche und christliche Gesellschaft stimmt unserem Tun zu: die Eltern, denn in erster Linie freuen sie sich, dass ihre Kinder auf guten Wegen geführt werden; die Lenker der Staaten, weil sie rechtschaffene Untertanen und gute Bürger gewinnen; vor allem aber die Kirche, denn die Kinder werden auf diese Weise mit größerer Reife und besserem Erfolg als Freunde Christi und Anhänger des Evangeliums in das vielfältige und vielgestaltige Leben der Kirche eingefügt.
Wer das Amt eines Lehrers annimmt und es mit Eifer und Gewissenhaftigkeit ausüben will, braucht viel Liebe, größte Geduld und vor allem eine tiefe Demut. Dann ist er wert, dass der Herr ihn auf sein demütiges Gebet hin zu einem tüchtigen Mitarbeiter der Wahrheit macht, ihn in der Ausübung der Aufgabe stärkt und ihn schließlich mit der Gabe vom Himmel beschenkt nach dem Wort: Die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig leuchten wie die Sterne
(Daniel 12, 3).
Quelle: Josef von Calasanza: Memoriale al Card. M. A. Tonti. In: Ephemerides Calasanctianae 36, 9 - 10. Rom 1967, S. 473 f; zitiert nach Monastisches Lektionar zum 25. August
Zitat von Joseph von Calasanza:
Hüte dich vor dem ersten Fehltritt; bald folgen mehrere und endlich wird Gewohnheit zur Sünde. Koste ja nie süßes Gift, auch in goldenen Schalen dargereicht, denn der Tod ist die unvermeidliche Folge.
Es ist nach dem Sinne der Heiligen Schrift an kein wahres Gutwerden zu denken, ohne Ertötung des alten und Wiedergeburt eines neuen Menschen.
Der für seinen Nächsten betet, tut wohl, der ihm aber hilft, tut besser.
Wenn die Kinder schon vom zarten Alter an mit Frömmigkeit und Wissen vertraut gemacht werden, so ist ein glücklicher Verlauf des ganzen Lebens ohne Zweifel zu erhoffen.
Man muss viel Geduld und Liebe zu den Kindern haben, um sie auf den rechten Weg zu bringen.
Das Bewusstsein, viel Gutes getan zu haben, ist tröstender, als alle Schätze der Welt.
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





