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Der Heilige

Hippolyt,

Gegenpapst, Märtyrer

* um 170 in Kleinasien oder Alexandria in Ägypten
† im August 236 (?) auf Sardinien in Italien

… aus ihrem Leben!

Hippolyt stammte aus Kleinasien oder Alexandrien, war Schüler des Irenäus und ein gelehrter Theologe und Schriftsteller. Als 217 Kallistus zum Papst gewählt wurde, ließ sich Hippolyt, der sich ihm geistig überlegen fühlte, zum Gegenpapst wählen und beschuldigte Kallistus der Irrlehre. Die Spaltung dauerte noch unter Pontianus an und ging erst zu Ende, als Hippolyt, kurz vor seinem Tod in den Bergwerken von Sardinien, auf seine Ansprüche verzichtete und zur Einheit der Kirche zurückkehrte.


bulgarische Ikone
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Worte des Heiligen

Durch seine Menschwerdung ist der Sohn Gottes Vorbild für unser Leben geworden: Er hat aus einer Jungfrau Fleisch angenommen und den alten Menschen in einem neuen Gebilde getragen, er ist im Leben durch jedes Lebensalter gegangen, damit er selbst jedem Lebensalter zum Gesetz werde und allen Menschen sich selbst in seiner Menschheit als Ziel vor Augen halte und durch sich selbst beweise, dass Gott nichts Böses geschaffen habe, der Mensch mit freier Selbstbestimmung ausgestattet sei und das Wollen und Nichtwollen in seiner Gewalt habe und zu beidem fähig sei; wir wissen, dieser Mensch ist aus demselben Stoffe wie wir entstanden. … Damit er aber uns gleich geachtet würde, hat er Arbeit auf sich genommen, wollte Hunger und Durst erleiden, hungern, hat im Schlafe geruht, sich Leiden nicht widersetzt, hat dem Tod gehorcht und seine Auferstehung sichtbar gemacht, und er hat in all diesem seine eigene Menschheit als Erstlingsopfer dargebracht, damit du im Leiden nicht den Mut verlierst, sondern dich als Menschen bekennend auch das erwartest, was du ihm [in der Taufe als Opfer] dargebracht hast.

Quelle: Hippolyt: Refutatio omnium haeresis 10, 33. In: Patrologia Graeca 16, 3, Nr. 33 = Bibliothek der Kirchenväter 2, Bd. 40, S. 289; bearbeitet

In der um 215 n. Chr. niedergeschriebenen Kirchenordnung empfiehlt Hippolyt für alle Gläubigen folgende Gebetszeiten:
Wenn die Gläubigen, Männer wie Frauen, am Morgen vom Schlaf aufstehen, sollen sie sich noch vor Beginn der Arbeit die Hände waschen, zu Gott beten und sich erst dann an ihre Arbeit begeben. …
Bist du zu Hause, bete um die dritte Stunde und lobe Gott. Bist du aber zu diesem Zeitpunkt anderswo, bete zu Gott in deinem Herzen. Denn in dieser Stunde ist Christus ans Holz genagelt und zur Schau gestellt worden (vgl. Markusevangelium 15, 25; Johannesevangelium 19, 37). …
Ebenso bete zur sechsten Stunde. Denn als man Christus ans Holz des Kreuzes schlug, wurde der Tag unterbrochen, und eine große Finsternis breitete sich aus (vgl. Matthäusevangelium 27, 45; Markusevangelium 15, 33; Lukasevangelium 23, 44). Daher soll man in jener Stunde ein kraftvolles Gebet verrichten, um die Stimme dessen nachzuahmen, der damals betete (vgl. Markusevangelium 15, 34; Lukasevangelium 23, 46). …
Man verrichte auch zur neunten Stunde (vgl. Markusevangelium 15, 34) ein großes Gebet und einen großen Lobpreis, um die Seelen der Gerechten nachzuahmen, die Gott loben, der nicht lügt, der seiner Heiligen gedenkt und sein Wort gesandt hat, um sie zu erleuchten. Zu dieser Stunde ward Christus in die Seite gestochen, vergoss Wasser und Blut (vgl. Johannesevangelium 19, 34) und erleuchtete den Rest des Tages bis zum Abend. Daraufhin schlief er ein, begann den neuen Tag und vollendete so das Bild der Auferstehung.
Bete auch, bevor dein Körper sich zur Ruhe niederlegt. Gegen Mitternacht aber erhebe dich, wasche deine Hände und bete. … Denn die Alten, die die Überlieferung an uns weitergegeben haben, haben uns gelehrt, dass in dieser Stunde die ganze Schöpfung für einen Augenblick stillsteht (vgl. Weisheit 18, 14 f), um den Herrn zu loben. Sterne, Bäume, Gewässer halten inne, das ganze Heer der Engel, die ihm dienen, zusammen mit den Seelen der Gerechten, lobt Gott zu dieser Stunde. Deshalb müssen die Gläubigen sich eifrig bemühen, zu dieser Stunde zu beten. Auch der Herr gibt hiervon Zeugnis. Er sagt: Seht, der Bräutigam kommt, erhebt euch, ihm entgegenzugehen! (Matthäusevangelium 25, 6). Und weiter sagt er: Deshalb wacht, denn ihr wisst nicht, zu welcher Stunde er kommt. (Matthäusevangelium 25, 13).
Beim Hahnenschrei erhebe dich und bete ebenso. In jener Stunde des Hahnenschreis haben die Söhne Israels Christus verleugnet (vgl. Apostelgeschichte 3, 13 f); ihn haben wir durch den Glauben erkannt, indem wir in der Hoffnung auf das ewige Licht den Tag der Auferstehung der Toten erwarten.

Quelle: Hippolyt: Apostolische Überlieferung. Übersetzt und eingeleitet von W. Geerlings. = Fontes Christiani, Bd. 1, 3. Aufl. Herder, Freiburg i. Br. 2000, S. 299 - 309

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


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