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Die Heilige

Klara von Assisi,

Ordensgründerin

* 1193 (?) in Assisi in Italien
† 11. August 1253 im Kloster San Damiano bei Assisi

… aus ihrem Leben!

Klara, 1194 in Assisi geboren, ließ sich vom Armutsideal des hl. Franziskus begeistern, als sie ihm mit achtzehn Jahren begegnete. Am Palmsonntag 1212 erhielt sie von Franziskus im Portiuncula-Kirchlein das raue Bußkleid und legte die Ordensgelübde ab. Die Familie, vor allem der Vater, widersetzte sich heftig, gab aber schließlich nach. Später folgten zwei ihrer Schwestern und nach dem Tod des Vaters auch ihre Mutter Klaras Beispiel. Franziskus erwarb für sie das Klösterchen San Damiano; hier fanden die ersten „Klarissen“ ihre Heimat. Sie lebten in großer Strenge und äußerster Armut. Klara überlebte Franziskus um 27 Jahre. Sie hatte viele Prüfungen, vor allem ein schmerzliches Siechtum, zu erleiden, war aber immer fröhlich. Und fröhlich starb sie am 11. August 1253.

Quelle: erzabtei-beuron.de


Giotto: Franziskus und Klara, Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika San Francesco in Assisi
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Worte der Heiligen

In einem Brief an Agnes von Böhmen beschwört Klara sie, sich in ihrem Vorsatz, Christus in Armut nachzufolgen, nicht beirren zu lassen. Sie schreibt:

Was du hältst, das halte fest, was du tust, das tu weiterhin, lass nicht ab, sondern eile in schnellem Lauf, mit leichtem Schritt, ohne den Fuß anzustoßen, damit auch deine Schritte den Staub nicht berühren, sicher, freudig, munter und behutsam auf dem Pfad der Seligkeit; trau keinem, stimme keinem zu, wenn er dich von diesem Vorsatz abbringen, wenn er dir ein Ärgernis auf den Weg legen will, auf dass du in jener Vollkommenheit, zu der der Geist des Herrn dich berufen hat, deine Gelübde dem Allerhöchsten entrichten kannst (vgl. Psalm 50, 14).
Umfange als arme Jungfrau den armen Christus. Sieh auf den, der um deinetwillen verachtenswert geworden ist, und folge ihm nach, verachtenswert geworden um seinetwillen in dieser Welt. Deinen Bräutigam, schöner als Menschenkinder (vgl. Psalm 45, 3), um deines Heiles willen der Niedrigste der Menschen geworden, verachtet, zerschlagen und am ganzen Körper vielfältig gegeißelt, sogar in Kreuzesnöten gestorben, ihn, viel edle Königin, schaue an, betrachte, beschaue und begehre nachzuahmen.
Wenn du mit ihm leidest, wirst du mit ihm herrschen, wenn du mit ihm Mitleid empfindest, wirst du mit ihm frohlocken, wenn du mit ihm am Kreuz der Trübsal stirbst, wirst du in der Herrlichkeit der Heiligen die himmlischen Wohnungen besitzen, und dein Name wird im Buch des Lebens (vgl. Offenbarung 3, 5) glorreich für die Zukunft unter den Menschen genannt werden.

Quelle: 2. Brief an Agnes von Böhmen. In: M. Schlosser u. E. Grau: Leben und Schriften der heiligen Klara von Assisi, 8. Aufl. Kevelaer 2001, S. 101

Klara ermuntert Agnes, täglich den himmlischen Bräutigam zu betrachten – als Spiegel für ihr eigenes Leben:

In diesen Spiegel schau täglich, o Königin, Braut Jesu Christi, und schau in ihm dein eigenes Gesicht. So wirst du ganz, außen und innen, geschmückt und umgeben mit den schönsten Stoffen, mit den Blumen und Kleidern aller Tugenden, wie es geziemt, Tochter und liebste Braut des höchsten Königs.
In diesem Spiegel blitzt wider die selige Armut, die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe. Mit der Gnade Gottes kannst du ihn schauen durch den ganzen Spiegel hindurch. Schau am Anfang des Spiegels die Armut dessen, der in die Krippe und in die Windeln gelegt ist. O wundervolle Demut! O erstaunliche Armut! Der König der Engel, der Herr des Himmels und der Erde – in die Krippe gelegt!
Schau in der Mitte des Spiegels die Demut und die Armut, die unzähligen Mühen, die er erduldet hat zur Erlösung des Menschengeschlechts.
Schau am Ende des Spiegels die unaussprechliche Liebe, mit der er leiden wollte am Schandmal des Kreuzes, mit der er sterben wollte den schändlichsten Tod überhaupt.
Der Spiegel ans Kreuz geheftet, mahnt die Vorübergehenden: Sie sollen hinschauen! O die ihr vorübergeht auf diesem Weg, schaut und seht, ob ein Schmerz ist wie meiner!
Wir wollen antworten dem, der ruft und schreit: Im Gedenken wollen wir deiner gedenken, und es zer ießt in mir meine Seele.

Quelle: Brief an Agnes 15 - 24. In:: A. Rotzetter: Klara von Assisi, 3. Aufl. Herder, Freiburg 1994, S. 248f

Zitate von Klara von Assisi:

Aus Klaras erstem Brief an Agnes von Böhmen:
O selige Armut! Denen, die sie lieben und umfangen, gewährt sie den ewigen Reichtum!
O heilige Armut! Wer sie besitzt, sich nach ihr verzehrt, dem wird von Gott das Himmelreich verheißen (vgl. Matthäusevangelium 5, 3) und ewiger Ruhm und seliges Leben ohne Zweifel verliehen.
O gottgefällige Armut! Sie hat der Herr Jesus Christus, der Himmel und Erde regierte und regiert, auf dessen Wort hin sie geworden sind (vgl. Psalm 33,9), vor allem anderen an sich ziehen wollen. …
Es ist freilich ein großer und lobenswerter Tausch, das Zeitliche um des Ewigen willen zu verlassen, Himmlisches für Irdisches zu gewinnen, Hundertfaches für eines zu bekommen (vgl. Matthäusevangelium 19, 29) und das selige ewige Leben zu besitzen.

Quelle: 1. Brief an Agnes von Böhmen. In: M. Schlosser u. E. Grau: Leben und Schriften der heiligen Klara von Assisi, 8. Aufl. Kevelaer 2001, S. 189 - 191

Kurz vor ihrem Tod hörte eine Mitschwester Klara sprechen:
Geh sicher und in Frieden; denn du hast ein gutes Geleit. Er, der dich erschaffen hat, hat dir dann den Heiligen Geist gegeben, und er hat dich stets behütet, wie eine Mutter ihr geliebtes Kind.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

 

Unter den zahllosen heiligen Frauen nimmt die heilige Klara einen besonderen Platz ein. Ihr Leben ist so schön, dass man es mit gefalteten Händen lesen sollte.

Klara stammte aus einer vornehmen Familie der Stadt Assisi. In Reichtum und Wohlstand verlief die Kindheit des Mädchens, das, in Samt und Seide gekleidet, nur Spiel und Lust und Freude kannte. Doch gerade als sich vor der Achtzehnjährigen das Tor des Lebens erst recht weit öffnen wollte, warf sie Gottes Gnade aus der Bahn dieser Welt, um sie auf schmalem Pfad zum Himmel ins ewige Leben zu führen.

Gottes Gnade kann in tausenderlei Formen und in allen möglichen Kleidern auftreten. Damals, als Klara ihr begegnete, hatte sie die Gestalt und das Gewand eines Bettlers angenommen, über den alle Leute lachten. Franz Bernadone hieß der Bettler, der vor kurzem noch ein reicher Kaufmannssohn war und das Leben in vollen Zügen genoss. Dann warf er aber Geld und Gut von sich und wurde freiwillig arm bis auf das Lumpenkleid, das er trug. Das hatte er getan, um es dem armen Jesus in der Krippe und am Kreuz gleichzutun.

Auch Klara war anfangs unter denen, die gelacht haben, aber so richtig wohl hat sie sich dabei nicht gefühlt. Einmal nämlich hatte sie zufällig gesehen, wie der heilige Franz ganz fröhlich wurde und jubelte, als er unter den Fenstern ihres Hauses von Jugendlichen beschimpft und mit Steinen beworfen wurde. Da war auch in ihrem Herzen eine leise ferne Ahnung von der seligen Narrheit des Kreuzes wach geworden. Seit dem hatte sie auch den Wunsch in ihrem Herzen, ein ähnliches Leben zu führen, wie Franz es ihr vorlebte.

Von einer verschwiegenen Freundin begleitet, wanderte Klara eines Abends in der Dämmerung zu dem Kirchlein des heiligen Damian vor den Mauern Assisis hinaus. Dort hauste Franz mit seinen ersten Jüngern in unvorstellbarer Armut. Sie fragte den Narren um Christi willen, was sie denn tun solle, um aus der Unruhe zum Frieden des Herzens zu gelangen. Der heilige Franz antwortete ihr nicht gleich, sondern erzählte ihr von dem Glück der Armut. Und während er redete, kam es wie eine Verzückung über ihn. Mit glühenden Worten sprach er, wie betrunken vor Liebe, ein wunderschönes Lob des Schöpfers. Da lösten sich im Herzen Klaras alle Zweifel von selbst. Ruhig wurde es in ihrer Seele. Und als sie von dem Heiligen Abschied nahm, stand in ihr der Entschluss ganz fest, ebenfalls eine Närrin um Christi willen zu werden. Auch sie wollte in der Narrheit des Kreuzes das Glück finden, von dem die Welt keine Ahnung hat.

Wenige Tage später hatten die Einwohner Assisis einen neuen aufregenden Gesprächsstoff. Mitten in der Nacht hatte Klara gegen den Willen der Verwandten das Haus fluchtartig verlassen und war nach Sankt Damian gezogen, wo sie der heilige Franziskus im Kreis der Brüder erwartete. Sehr lange Zeit beteten sie zusammen, und als es Morgen wurde, legte Klara allen Schmuck zu Füßen des Gekreuzigten nieder. Franziskus schnitt ihr das Haar ab und warf ihr einen braunen Sack als Bußkleid für immer über. Seit jener Stunde besteht neben dem Männerorden der Franziskaner als weiblicher Zweig der Orden der Klarissen, die in Armut, in Gebet und Fasten einen Frieden und eine Freude genießen, die alle Vorstellungen der Welt weit übersteigen.

Vierzig Jahre lang leitete Sankt Klara weise und gütig ihr Kloster. Als einmal zur Kriegszeit zügellose Soldaten das Kloster stürmen wollten, ging ihnen die Heilige mit dem Allerheiligsten in der Hand furchtlos entgegen. Da bekamen die Angreifer einen geheimnisvollen Schrecken, sie prallten wie geblendet zurück und verschwanden Hals über Kopf in alle Richtungen. Am 11. August 1253 starb Sankt Klara. Zwei Jahre später wurde sie bereits von der Kirche heiliggesprochen.


Lesung aus dem Schott

8 Ja noch mehr: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen

9 und in ihm erfunden zu werden. Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens. 

10 Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden, indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde. 

11 So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. 

12 Nicht dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. 

13 Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. 

14 Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. 

 



Phil 3,8-14
Evangelium aus dem Schott

27 Da antwortete Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

28 Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

29 Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben.

 



Mt 19,27-29

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Siehe, ich bin eine Magd des Herrn

… Ja, mir geschehe, wie Du es gesagt.

Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.