Eusebius von Vercelli, h1>
erster Bischof von Vercelli, Märtyrer (?)
* um 283 in Cagliari (?) auf Sardinien in Italien
†1. August 371 (?) in Vercelli in Italien
… aus ihrem Leben!
Eusebius, der erste Bischof von Vercelli (Piemont), stammte aus Sardinien. Er erhielt seine Ausbildung in Rom und wurde dort Kleriker. 345 wurde er zum Bischof von Vercelli geweiht. Wie Athanasius von Alexandrien und Hilarius von Poitiers war Eusebius ein Verfechter des nikänischen Credos gegen die arianische Irrlehre. Eine vom arianischen Kaiser Konstantius beherrschte Synode von Mailand schickte ihn 355 in die Verbannung. Erst 363 kehrte er wieder in seine Diözese zurück, wo er am 1. August 371 starb. Er hat als erster abendländischer Bischof seinen Klerus zum gemeinsamen Leben unter einer Regel veranlasst.
Was vor Gott recht ist
„Ich habe beschlossen, möglichst bald nach Mailand zu kommen. Wenn ich in deiner Gegenwart bin - das verspreche ich dir -, werde ich all das tun, was ich als gut erkenne und was vor Gott recht ist.“ (Eusebius an den arianischen Kaiser)
QUelle: erzabei-beuron.de
Wandbild im Dom in VercelliJoachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de
Legenden oder Worte der Heiligen
Worte des Heiligen
Eusebius schrieb folgenden Brief an seine Gemeinde aus der Verbannung, wobei er auch ungläubige Sympathisanten grüßen lässt:
Liebe Brüder, ich weiß nun, dass ihr ohne Tadel seid, so wie ich es wünschte. Es kommt mir vor, als sei ich zu euch gekommen, plötzlich über die ganze Weite der Erde zu euch hingetragen, wie es Habakkuk geschah, den ein Engel zu Daniel brachte (vgl. Daniel 14, 32 - 39). Wenn ich von einigen von euch Briefe bekam und beim Durchlesen dieser Schreiben eure heilige Gesinnung und eure Liebe spürte, mischten sich bei mir Freude und Tränen; und der Geist, der gerne gelesen hätte, wurde durch die Tränen daran gehindert. Beides musste sein, damit jeder Einzelne dabei den Wunsch empfinde, die Sehnsucht durch Taten der Liebe zu ergänzen und zu übertreffen. Tagelang war ich damit beschäftigt, und es kam mir vor, als unterhielte ich mich mit euch. Ich vergaß darüber die Mühsal der Vergangenheit; so sehr umgaben mich Freuden von allen Seiten. Die Freuden gaben mir festen Glauben, Liebe und Frucht, dass es mir inmitten so großer Güter vorkam, als sei ich bei euch. Liebe Brüder, ich freue mich über euren Glauben und über das Heil aus dem Glauben. Ich freue mich über die Früchte, die ihr nicht nur den dort Weilenden, sondern auch denen in der Ferne darreicht. Denn wie der Bauer dem guten Baum dient, der wegen der Früchte nicht die Streiche der Axt zu fürchten braucht und nicht dem Feuer überantwortet wird, so wollen und wünschen wir euch nicht nur dem Fleisch nach zu dienen, sondern unser Leben für euch hinzugeben.
Wir haben übrigens beim Schreiben dieses Briefes Gott unaufhörlich gebeten, er möge unseren Wächter von Stunde zu Stunde hinhalten und dafür sorgen, dass der Diakon euch nicht so sehr von unserer Drangsal berichte als vielmehr euch unsere brieflichen Grüße überbringe. Darum bitte ich euch: Wahrt in aller Wachsamkeit den Glauben, wahrt die Eintracht, widmet euch dem Gebet, denkt stets an uns, damit Gott seine Kirche befreit, die auf dem ganzen Erdkreis bedrängt wird, und damit wir, die Unterdrückten, uns mit euch der Freiheit erfreuen dürfen. Auch bitte ich euch bei dem Erbarmen Gottes, jeder möge aus diesem Brief seinen Gruß entnehmen. Denn unter dem Zwang der Notwendigkeit konnte ich nicht wie sonst jedem Einzelnen schreiben. Darum rufe ich in dieser meiner Not euch alle an, euch, Brüder, und euch, heilige Schwestern, Söhne und Töchter. Jedes Geschlecht, jedes Lebensalter bitte ich, mit diesem Gruß zufrieden zu sein. Grüßt in unserem Auftrag auch diejenigen, die außerhalb unserer Gemeinschaft sind und uns dennoch lieben.
Quelle: Eusebius von Vercelli: Epistola II, 1, 3 - 2, 3 und 10, 1 - 11, 1. In: CCL 9, S. 104 f., S. 109 = Patrologia Latina 12, Sp. 947 - 950; zitiert nach: Monastisches Lektionar zum 2. August
Zitat von Eusebius von Vercelli:
In einem Brief an Gregor, den Bischof von Elvira - dem heutigen Stadtteil Albaicín in Granada - in Spanien lobt Eusebius diesen, weil er den Arianern widerstanden und den rechten nizänischen Glauben bewahrt hat:
Wir beglückwünschen dich deswegen und auch uns, weil du in diesem Vorsatz und Glauben stark bist und unserer gedacht hast. Wenn du in demselben Bekenntnis verharrst und keine Verbindung mit den [arianischen] Heuchlern beibehältst, dann stelle dir die Gemeinschaft mit uns in Aussicht! Weise mit allen dir zu Gebote stehenden Maßnahmen und aller Mühe die Übertreter zurecht, tadle die Ungläubigen, befürchte dabei nichts von Seiten der irdischen Herrschaft, wie du es [bisher ja auch] gehalten hast: denn der in uns ist, ist dem überlegen, der in dieser Welt ist. Wir, deine Mitpriester, die zum dritten Mal verbannt sind, sagen dies, was wir für offenkundig hielten: denn alle Hoffnung der Arianer ruht nicht auf einer selbstbestimmten Übereinkunft, sondern hängt ab vom Schutz der weltlichen Herrschaft. Dabei ignorieren sie die Worte der Schrift, dass die verflucht sind, die ihre Hoffnung auf einen Menschen setzen (Jeremia 17, 5). Unsere Hilfe aber ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat (Psalm 124, 8). Wir wünschen im Leiden auszuharren, um gemäß dem Schriftwort (Römerbrief 8, 17), um die Möglichkeit zu haben, im Reich [Gottes] verherrlicht zu werden.
Quelle: Patrologia Latina 10, Sp.713f; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





