Johannes Paul II., h1>
Papst
* 18. Mai 1920 in Wadowice in Polen
† 2. April 2005 in Rom
... aus ihrem Leben!
Johannes Paul II. Karol Józef Wojtyla (1920–2005) verlor schon als Kind seine Mutter und seinen älteren Bruder. Er begann ein Studium der Philosophie und polnischen Literatur, schloss sich einer Theatergruppe an, schrieb Gedichte und ein biblisch inspiriertes Mysterienspiel mit politischen Bezügen. Während des Krieges entging er als Zwangsarbeiter in einem Steinbruch und einer Chemiefabrik der Deportation und studierte im Untergrund Theologie. Nach der Priesterweihe 1946 setzte er sein Studium in Rom fort, habilitierte sich in Lublin, lehrte in Krakau Moraltheologie und schrieb daneben ein Bühnenwerk. 1958 wurde er Weihbischof von Krakau. Er nahm am 2. Vatikanischen Konzil teil und wurde 1964 Erzbischof von Krakau. Als solcher vertrat er unerschrocken einen Antikommunismus und war 1965 maßgeblich am Aufruf der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder zur Versöhnung beteiligt. 1978 wurde er als erster Slawe zum Papst gewählt. Seine öffentlichen Auftritte, seine Reisen in alle Welt, seine Treffen mit den Mächtigen der Welt und mit Vertretern der Weltreligionen, 1338 Selig- und 482 Heiligsprechungen, das »Mea culpa« der Kirche angesichts von Glaubenskriegen, Judenverfolgungen und Inquisition, die Ernennung zahlreicher Kardinäle waren von starker Symbolkraft. Papst Johannes Paul II. wird eine wesentliche Rolle bei der Überwindung des Kommunismus in Osteuropa zugeschrieben. Nicht weniger scharf wie den Kommunismus lehnte er den neoliberalen Kapitalismus ab. Kritik oder Anerkennung erntete Johannes Paul, weil er unbeirrbar am Verbot der künstlichen Empfängnisverhütung festhielt und die deutschen Bischöfe zwang, aus dem staatlichen System der Schwangerschaftsberatung auszusteigen, sowie für das Apostolische Schreiben Ordinatio sacerdotalis, nach dem die Kirche keinerlei Vollmacht besitze, Frauen zu Priestern zu weihen, und für die von ihm bestätigte Erklärung Dominus Jesus, in der den protestantischen Kirchen das ebenbürtige Kirchesein abgesprochen wurde, schließlich für sein mangelndes Verständnis für die südamerikanische Befreiungstheologie und seinen patriarchalen Leitungsstil. Bei einem in den Motiven nie ganz aufgeklärten Attentat auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981 wurde er schwer verletzt. Seine Rettung schrieb er der Muttergottes von Fatima zu. Die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen in den letzten Lebensjahren hinderten ihn nicht, bis zuletzt in seinem Amt auszuharren und es aktiv zu gestalten.
Legenden oder Worte der Heiligen
Zitate von Johannes Paul II.: "Die Arbeit ist für die Menschen da, nicht der Mensch für die Arbeit." "Der Mensch muss Vorrang vor dem Kapital haben." "Das Evangelium verspricht niemanden ein bequemes Leben. Es stellt Ansprüche." "Kein Mensch kann wie Kain behaupten, für das Schicksal seines Bruders nicht verantwortlich zu sein." "Freiheit besteht nicht darin, dass man tun kann, was man will. Sie gibt einem nur das Recht zu tun, was man tun sollte." "Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben, man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen." "Krieg ist niemals ein unabwendbares Schicksal. Krieg bedeutet immer eine Niederlage für die Menschheit." "Nach 400 Jahren der Spaltung [durch die Reformation] ist Zeit nötig für den Prozess der Versöhnung. Nicht alles kann sofort getan werden, aber wir müssen tun, was wir heute tun können, in der Hoffnung auf das, was morgen möglich sein wird." "Israel ist das Volk Gottes, es ist der Ausdruck der Gemeinschaft Gottes mit den Menschen, es ist das auserwählte Volk. Dies ist nicht eine natürliche Tatsache oder eine kulturelle, es ist ein übernatürliches Faktum." "Die Zukunft hängt an der Liebe." "Wenn du einsam bist, suche jemanden, der noch einsamer ist. Ihr werdet einander trösten, miteinander aufbrechen und die Welt verändern." "Gott sagt "Du" zu uns. Wir finden ihn nur, wenn auch wir zu ihm "Du" sagen." "Kind Gottes sein heißt, dem Heiligen Geist Raum geben, sich von ihm führen lassen, offen bleiben für sein Wirken in der Geschichte und in der Weltgeschichte." "Das Alter bringt die Ernte ein, die Ernte aus dem Gelernten, aus dem Erlebten, die Ernte aus dem Geleisteten und Erreichten, die Ernte aus dem Erlittenen und Bestandenen." "In einer Welt, in der nichts mehr wirklich wichtig ist, in der man tun kann, was man will, besteht die Gefahr, dass Prinzipien, Wahrheiten und Werte, die in Jahrhunderten mühsam erworben wurden, auf die Müllhalde eines übertriebenen Liberalismus gekippt werden." Quelle: https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=1933_Johannes+Paul+II.
Wenn ich an die Eucharistie denke und dabei auf mein Leben als Priester, Bischof und Nachfolger Petri blicke, erinnere ich mich spontan an die vielen Gelegenheiten und die vielen Orte, an denen ich sie feiern konnte. Ich erinnere mich an die Pfarrkirche von Niegowić, wo ich meine erste pastorale Aufgabe erfüllte, an die Kollegiatskirche des heiligen Florian in Krakau, an die Kathedrale auf dem Wawel, an die Peterskirche und an die vielen Basiliken und Kirchen in Rom und in der ganzen Welt. Ich konnte die heilige Messe in Kapellen feiern, die sich an Gebirgspfaden, an Seeufern, an Meeresküsten befinden; ich feierte sie auf Altären, die in Stadien oder auf den Plätzen der Städte errichtet waren... Dieser so vielfältige Rahmen meiner Eucharistiefeiern läßt mich deutlich erfahren, wie universal und gleichsam kosmisch die heilige Messe ist. Ja, kosmisch! Denn auch dann, wenn man die Eucharistie auf dem kleinen Altar einer Dorfkirche feiert, feiert man sie immer in einem gewissen Sinn auf dem Altar der Welt. Sie verbindet Himmel und Erde. Sie umfaßt und erfüllt alles Geschaffene. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um alles Geschaffene in einem höchsten Akt des Lobes dem zurückzuerstatten, der es aus dem Nichts geschaffen hat. Indem der ewige Hohepriester durch das Blut seines Kreuzes in das ewige Heiligtum eintritt, erstattet er dem Schöpfer und Vater die ganze erlöste Schöpfung zurück. Das tut er durch das priesterliche Dienstamt der Kirche zur Ehre der heiligsten Dreifaltigkeit. Dies ist das mysterium fidei, das in der Eucharistie gegenwärtig wird: die Welt, die aus den Händen des Schöpfergottes hervorgegangen ist, kehrt als von Christus erlöste Welt zu Gott zurück.
Die Kirche lebt von der Eucharistie. Diese Wahrheit drückt nicht nur eine alltägliche Glaubenserfahrung aus, sondern enthält zusammenfassend den Kern des Mysteriums der Kirche. Mit Freude erfährt sie unaufhörlich, daß sich auf vielfältige Weise die Verheißung erfüllt: »Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28, 20). In einzigartiger Intensität erfreut sie sich dieser Gegenwart jedoch in der heiligen Eucharistie, bei der Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandelt werden. Seitdem die Kirche, das Volk des Neuen Bundes, am Pfingsttag ihren Pilgerweg zur himmlischen Heimat begonnen hat, prägt dieses göttliche Sakrament unaufhörlich ihre Tage und erfüllt sie mit vertrauensvoller Hoffnung.
Mit Recht hat das Zweite Vatikanische Konzil verkündet, daß das eucharistische Opfer »Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens«1 ist. »Die heiligste Eucharistie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot. Durch sein Fleisch, das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft, spendet er den Menschen das Leben«.2 Deshalb ist der Blick der Kirche fortwährend auf den Herrn gerichtet, der gegenwärtig ist im Sakrament des Altares, in dem sie den vollkommenen Ausdruck seiner unendlichen Liebe entdeckt.
Maria, Mutter der Hoffnung, gehe mit uns! Lehre uns, den lebendigen Gott zu verkünden; hilf uns, Jesus, den einzigen Retter, zu bezeugen; mach uns hilfsbereit gegenüber dem Nächsten,
gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen, laß uns Gerechtigkeit üben,
mach uns zu leidenschaftlichen Baumeistern einer gerechteren Welt;
lege Fürbitte für uns ein, die wir in der Geschichte leben und handeln, in der Gewißheit, daß sich der Plan des Vaters
erfüllen wird.
Morgenröte einer neuen Welt, erweise dich als Mutter der Hoffnung und wache über uns! Wache über die Kirche in Europa: in ihr scheine das Evangelium durch; sie sei ein wirklicher Ort der Gemeinschaft; sie lebe ihre Sendung, das Evangelium der Hoffnung zu verkündigen, zu feiern und ihm zu dienen für den Frieden und zur Freude aller.
Königin des Friedens, beschütze die Menschheit des Dritten Jahrtausends.
Wache über alle Christen: Sie mögen zuversichtlich auf dem Weg der Einheit voranschreiten, als Sauerteig für die Eintracht des Kontinents. Wache über die jungen Menschen, die Hoffnung für die Zukunft: Sie mögen hochherzig auf den Ruf Jesu antworten. Wache über die Verantwortlichen der Nationen: Sie mögen sich zum Aufbau eines
gemeinsamen Hauses verpflichten,
in dem die Würde und die Rechte eines
jeden Menschen geachtet werden.
Maria, schenke uns Jesus! Mache, daß wir ihm folgen und ihn lieben! Er ist die Hoffnung der Kirche,
Europas und der Menschheit. Er lebt bei uns, mitten unter uns, in seiner Kirche. Mit Dir sprechen wir »Komm, Herr Jesus!« (Offb 22, 20): Möge die Hoffnung auf die Herrlichkeit, von Ihm in unsere Herzen ausgegossen, Früchte der Gerechtigkeit und des Friedens tragen!
Hl. Papst Johannes Paul II.
Johannes Paul II.




