Anna, h1>
Mutter der Gottesmutter Maria
†vor 1 (?) in Israel
… aus ihrem Leben!
Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts - erstmals im in Syrien oder Ägypten verfassten Protoevangelium des Jakobus um 150 - die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. Die legendäre Lebensgeschichte ist dem altestamentlichen Vorbild von Hanna und ihrem Sohn Samuel (1. Samuel 1 - 2) nachgezeichnet: erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe gebar Anna die Maria. Die vorangegangenen Verheißungen des Engels sind Hinweis auf die besondere Erwählung der Maria von Anfang an. Demnach war Anna königlicher Abstammung und aus dem Geschlecht Davids. Nach der Legenda Aurea hatte die betagte Anna nach Joachims Tod noch zwei weitere Ehemänner, deren Namen mit Kleophas und Salomas überliefert werden; daraus entstand die Überlieferung von der Heiligen Sippe.
Quelle: heiligenlexikon .de
Luca Giordano: Anna mit Maria und Joachim, um 1692, in der Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli in RomJoachim Schäfer - heiligenlexikon.de
Legenden oder Worte der Heiligen
Die heilige Anna wurde zu Bethlehem geboren. In ihrem vierundzwanzigsten Lebensjahr heiratete sie einen Grundbesitzer mit Namen Joachim, der aus dem königlichen Geschlecht Davids stammte, und zog mit ihm auf sein Landgut in Nazareth. Beide waren glücklich miteinander, lebten fromm und gottesfürchtig und taten den Armen Gutes. Trotzdem kam schweres Leid über Joachim und Anna, denn die Wiege, die sie kurz nach der Hochzeit angeschafft hatten, blieb leer, und ein Kindlein ward ihnen nicht geschenkt, wie sehr sie sich auch danach sehnten und wie innig sie auch darum beteten. Jahr um Jahr verging, und immer geringer wurde die Hoffnung, dass der Herzenswunsch der beiden in Erfüllung gehe, trotz aller Almosen, aller Gebete, aller Wallfahrten und aller Tränen. Das war ein schweres Leid.
Es sollte noch ärger kommen, denn als einmal Joachim, während er im Tempel zu Jerusalem opferte, wegen seiner Kinderlosigkeit in böser Weise zurückgesetzt wurde, nahm sich der Geschmähte dieses Unrecht so zu Herzen, dass er wie närrisch wurde, von Zuhause fortlief und in die Einöde ging und nicht mehr essen und trinken wollte, vierzig Tage lang.
Auch Sankt Anna hat geklagt, bitter und gramvoll, bis der Himmel sich erbarmte und ihr zwanzigjähriges Gebet erhörte; denn ein Engel trat zu ihr und sagte:
„Anna, Anna, erhört hat Gott dein Flehen, denn du sollst eine Tochter gebären, die gebenedeit sein wird im Himmel und auf Erden von nun an bis in Ewigkeit.“
Darauf entgegnete Anna in überreicher Freude:
„Wenn es so ist, dann soll das Mägdlein auch dem Herrn geweiht sein alle Tage seines Lebens.“
Nachdem Anna die Worte gesprochen hatte, schied der Engel von ihr. Joachim, dem eine gleiche Botschaft zuteil geworden war, kehrte heim, und beide freuten sich in großer Freude gar sehr, alle Tage von neuem, bis endlich am 8. September das Kindlein geboren wurde, dem sie den Namen Maria gaben. Über die Maßen groß war die Freude; denn es war dieses Mägdlein, dem Anna das Leben schenkte, die Gebenedeite unter den Frauen, die Mutter der Barmherzigkeit, die unser Leben, unsere Wonne, unsere Hoffnung und die Himmelskönigin ist, Maria hochgelobt in Ewigkeit.
Drei Jahre behielten Joachim und Anna das Kind bei sich, dann opferten sie es dem Versprechen gemäß dem Herrn im Tempel.
Während Joachim vier Jahre nach der Geburt des Gnadenkindes starb, erlebte Anna es noch, dass sie Gottesmutter wurde und ihren Enkel, den lieben Heiland, an ihr Herz drücken durfte. Hochbetagt ging sie in den Frieden des Herrn ein und lebt doch ewig weiter in der Liebe aller Gottes- und Marienkinder, denn sie war es, die uns durch Maria auch das göttliche Kind geschenkt hat.
Die christliche Kunst stellt Anna als eine fromme, würdige Mutter dar, die ihrem Töchterlein aus einem offenen Buch oder einer Schriftrolle Unterricht über Gott erteilt. Der heilige Joachim, eine ernste Gestalt, steht auf manchen Bildern etwas weiter zurück und schaut schützend und sinnend auf Mutter und Kind, den größten Schatz, den der Himmel ihm anvertraut. Eine heilige Familie!
Andere Bilder zeigen Anna, Maria und das Jesuskind. Sie werden „Selbdritt“ genannt oder die „drei heiligsten Personen“.
Ein berühmter Prediger, der im 9. Jahrhundert in Konstantinopel lebte, sagte einmal: „Zu eurem Lob, Joachim und Anna, genügt, dass ihr der Mutter Gottes das Leben gegeben habt.“
Diese Tatsache allein ist der Grund, dass die heilige Anna eine so hohe und allgemeine Verehrung gefunden hat, dass die heiligen Väter unserer Kirche, besonders die des Morgenlandes, sie in den herrlichsten und innigsten Worten gepriesen haben. Die abendländischen Schriftsteller kamen denen des Orients nach, und bald war die Verehrung der Heiligen im Abendland ebenso ausgedehnt und innig wie die im Osten.
„O Gott, du hast dich gewürdigt, der heiligen Anna die Gnade zu verleihen, der Mutter deines eingeborenen Sohnes das Leben zu schenken; gewähre uns gnädig, die wir ihr Fest begehen, dass wir durch ihre Fürsprache bei dir Hilfe finden. Amen.“
Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und es fehlt ihm nicht an Gewinn. Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.
Sie sorgt für Wolle und Flachs und schafft mit emsigen Händen. Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel. Sie öffnet ihre Hand für den Bedürftigen und reicht ihre Hände dem Armen.
Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit, nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob. Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, ihre Werke soll man am Stadttor loben.





