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Der Heilige

Kamillus von Lellis,

Ordensgründer

* 25. Mai 1550 in Bucchianico bei Pescara in Italien
† 14. Juli 1614 in Rom

… aus ihrem Leben!

Kamillus von Lellis (1550–1614) verlor früh die Mutter, sein Vater war als Offizier im Krieg. Er wuchs verwahrlost auf, ging als Jugendlicher zum Militär und verspielte alles, was er besaß. Nach einer Begegnung mit einem Bettelmönch bat er vergebens um Aufnahme in den Orden. In einem römischen Spital für unheilbar Kranke fand er Arbeit und hoffte auf Behandlung eigener Wunden. Wegen seiner Spielsucht wurde er entlassen und wieder Soldat, verspielte wieder alles und wurde zum Bettler. Beim Bau eines Kapuzinerklosters bekehrte er sich und trat bei den Kapuzinern als Laienbruder ein. Wegen seiner wieder offenen Wunde wurde er aus dem Orden entlassen, konnte dann als Krankenpfleger arbeiten und wurde wieder ins Noviziat aufgenommen. Weil die Wunde wieder aufbrach, wurde er wieder entlassen und fand von da an seine Aufgabe in der Pflege von Schwerstkranken und Sterbenden. Zusammen mit Gleichgesinnten versuchte er zunächst vergebens, einen Orden von Krankenpflegern zu gründen. Auf Anraten seines geistlichen Führers Philipp Neri wurde er Priester und konnte nun eine Gruppe Männer um sich sammeln, die sich mit ihm um Krankenpflege und Krankenseelsorge kümmerten und als »Gesellschaft der Diener der Kranken« kirchliche Anerkennung als eigener Orden fanden – mit dem eigenen vierten Gelübde, den Kranken auch unter Einsatz des eigenen Lebens zu dienen. Bei ihrer Sorge um Pestkranke wurden viele von ihnen zu »Märtyrern der Nächstenliebe«. Seine Gemeinschaft breitete sich schnell aus.

Quelle: maria-laach.de

Mit Christus beschäftigt

Als der Papst einmal das Heilig-Geist-Spital besuchte, behielt Kamillus seinen Pflegekittel an. Man warf ihm Mangel an Ehrfurcht vor. Er: „Wie? Wenn ich mit Christus selbst beschäftigt bin, kann ich mich für seinen Stellvertreter nicht eigens umziehen.“


Gemälde von Pierre Subleyras: Kamillus rettet Kranke vor einer Überschwemmung
Joachim Schäfer - heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Worte des Heiligen

Im folgenden Abschnitt aus der ersten von Kamillus verfassten Konstitution der Kamillianer von 1599 geht es um die Werke der Barmherzigkeit:
Wer auf Antrieb Gottes entschlossen ist, die leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit nach Art unseres Institutes auszuüben, der wisse: Fortan muss er allen Dingen der Welt abgestorben sein: Verwandten, Freunden, irdischem Besitz und sich selbst. Er darf nur für Jesus, den Gekreuzigten, leben unter dem sanften Joch beständiger Armut und Keuschheit sowie beständigen Gehorsams und Dienstes an den armen Kranken, selbst den Pestkranken. Tag und Nacht, wie es ihm befohlen wird, muss er ihnen in ihren leiblichen und seelischen Nöten beistehen. Das soll geschehen aus wahrer Liebe zu Gott und zur Buße für die eigenen Sünden.
Er soll an Christus Jesus denken, der die Wahrheit ist und gesagt hat: ‚Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Matthäusevangelium 25, 40). Und ein anderes Mal: Ich war krank, und ihr habt mich besucht; kommt mit mir, ihr Gesegneten und besitzt das Reich, das euch vor Beginn der Welt bereitet ist (Matthäusevangelium 25, 36.34). Und wiederum sagt der Herr: Mit dem gleichen Maße, mit dem ihr ausmesst, wird auch euch wieder zugemessen werden (Matthäusevangelium 7, 2).
Er achte deshalb auf den Sinn dieser vollkommenen Wahrheit; er schätze dieses vorzügliche Mittel, mit dem man die kostbare Perle der Liebe erwerben kann, von der das heilige Evangelium sagt: Der Mensch, der sie findet, verkauft alles, was er hat, und kauft sie. Diese Liebe formt uns um in Gott und reinigt uns von allem Makel der Sünde, denn die Liebe deckt eine Menge Sünden zu.
Jeder, der in unseren Orden eintreten will, soll also bedenken, dass er sich selbst tot sein muss.
Der Heilige Geist wird ihm eine solche Gnadenfülle schenken, dass er sich nicht mehr sorgt um Tod und Leben, Krankheit und Gesundheit. Der Welt gestorben, gehe er ganz in der Erfüllung des Gotteswillens auf, im vollendeten Gehorsam seinen Oberen gegenüber und im völligen Verzicht auf den Eigenwillen. Er betrachte es als großen Gewinn für unseren Herrn Christus Jesus, den Gekreuzigten, zu sterben; hat er doch gesagt: Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde … zur Verherrlichung Gottes und für das eigene Seelenheil und das der Mitmenschen.

Quelle: Ordensregel der Kamillianer; http://www.kamillianer.at/spirit/kamregel.htm, abgerufen am 20. November 2019

Eine Anekdote gibt treffend die Geisteshaltung des Kamillus wieder:
Bei einem überraschenden Besuch des Papstes, flüsterte ihm jemand aus dem Gefolge entrüstet zu: Zieht doch euren Pflegekittel aus, wenn Ihr mit dem hl. Vater sprecht! Dieser antwortete ungerührt: Wieso? Wenn ich mit Christus selber beschäftigt bin, habe ich keine Zeit, mich für seinen Stellvertreter umzuziehen.

Zitate von Kamillus von Lellis:

Die Krankheit sagt uns was wir sind.
Legt euer Herz in eure Hände.
Jeder soll sich unbedingt davor hüten, dem armen Kranken mit Abschätzigkeit oder mit lieblosen Worten zu begegnen. Er soll sie mit Geduld und Liebe behandeln. Denn der Herr hat gesagt: Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan (Matthäusevangelium 25, 40). Daher soll jeder im Kranken die Person des Herrn sehen.
Eine Frömmigkeit, die die Werke der Nächstenliebe vernachlässigt, ist falsch. Für mich gibt es eine Frömmigkeit der Tat, die die Arbeit zum Gebet macht. … Der Herr will von uns Werke der Liebe. Mir ist es lieber, wenn sich ein Ordensmann bereithält für den Ruf zu einem Sterbenden, als wenn er in Verzückung in seiner Zelle sitzt.
Denke gut, sprich gut, handle gut: Diese drei öffnen - mit der Gnade Gottes - dem Menschen den Himmel.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott


1 Joh 3,14-18
Evangelium aus dem Schott

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Gottvater, Christus und der Heilige Geist verheissen Ignatius von Loyola Hilfe bei der Sendung des Jesuitenordens.
Gott Liebe gilt uns, bringt Frucht und gibt uns Hilfe.
Gemälde: Die Sendung des Jesuitenordens, Ingolstadt, Studienseminar Canisiuskonvikt

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!



Joh 15,9-17

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Siehe, ich bin eine Magd des Herrn

… Ja, mir geschehe, wie Du es gesagt.

Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.