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Der Heilige

Paul vom Kreuz,

Priester, Ordensgründer

* 3. Januar 1694 in Ovada bei Genua in Italien
† 18. Oktober 1775 in Rom

... aus ihrem Leben!

Paul vom Kreuz (1694–1775) stammte aus einer Kaufmannsfamilie und arbeitete als Jugendlicher im Betrieb seines Vaters. Mit 19 Jahren hatte er eine tiefe geistliche Erfahrung, nach der er täglich mehrere Stunden im Gebet verbrachte. Geistliche Begleiter lehrten ihn den Primat der Liebe, deren besonderen Ausdruck er in der Passion Jesu sah. Diese Botschaft zu verbreiten, sah er als seine Lebensaufgabe. Aufgrund mystischer Erfahrungen fühlte er sich berufen, eine Gemeinschaft zu gründen mit dem Ziel, in einem Leben gemäß dem Evangelium Zeugnis von der im Leiden Jesu offenbar gewordenen Liebe zu geben. Er verfasste eine Regel für ein Leben in Buße, Einsamkeit und Armut, aber auch der Verkündigung vor allem in Gegenden, wo es kaum Priester gab. Bei seinem Tod zählten die »Passionisten« 180 Priester und Brüder in zwölf Klöstern und ein Kloster mit kontemplativen Schwestern.


Paul vom Kreuz
Joachim Schäfer -

Legenden oder Worte der Heiligen

Zitate von Paul vom Kreuz: "Ich möchte der ganzen Welt sagen, dass man doch erkenne, welch große Gnade Gott in seinem Erbarmen erweist, wenn er Leiden schickt, vor allem, wenn das Leiden ohne Trost ist. Denn dadurch wird die Seele wie Gold im Feuer gereinigt. Sie wird schön und leicht, um so den Höhenflug zu ihrem Höchsten Gut anzutreten, das heißt, zur seligen Umformung zu gelangen, ohne es jedoch wahrzunehmen. Sie trägt das Kreuz zusammen mit Jesus und weiß es nicht."

Worte des Heiligen

Die Liebe zu Jesus Christus, dem Gekreuzigten, drängt auch uns, in unserem Inneren ein Fest des Kreuzes zu feiern:
Es ist gut und heilig, an das Leiden des Herrn zu denken und es zu betrachten; denn so gelangen wir zur Vereinigung mit Gott. In dieser heiligen Schule lernen wir die wahre Weisheit, dort haben alle Heiligen sie gelernt. Wenn das Kreuz Jesu seine Wurzeln tiefer in eure Herzen senkt, werdet ihr rufen: Leiden, nicht sterben! oder: Entweder leiden oder sterben! oder noch besser: Weder leiden noch sterben, sondern volle Bekehrung zum Willen Gottes!
Die Liebe ist eine einigende Kraft, sie macht sich die Qualen des Geliebten zu eigen. Dieses Feuer dringt bis ins Mark, es verwandelt den Liebenden in den Geliebten. Auf erhabene Weise mischt sich die Liebe mit dem Schmerz und der Schmerz mit der Liebe. Es entsteht eine Verbindung von Liebe und Schmerz, die so eng ist, dass man die Liebe nicht mehr vom Schmerz und den Schmerz nicht mehr von der Liebe trennen kann. Darum freut sich die liebende Seele in ihrem Schmerz und jubelt in ihrer schmerzenden Liebe.
Seid standhaft in der Übung aller Tugenden, besonders darin, dass ihr Jesus in seinem Leiden nachahmt; denn das ist der Höhepunkt der Liebe. Euer Handeln lasse alle erkennen, dass ihr nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich ein Abbild des gekreuzigten Christus seid, des Beispiels aller Güte und Sanftmut. Wer nämlich in seinem Innern mit dem Sohn Gottes vereint ist, der ist auch äußerlich sein Abbild durch die dauernde Übung heroischer Tugend, besonders durch kraftvolle Geduld, die weder geheim noch öffentlich klagt. Bergt euch also in dem gekreuzigten Jesus und wünscht nichts anderes, als dass sich alle Menschen in allen Dingen zu seinem Willen bekehren.
Wenn ihr den Gekreuzigten wirklich liebt, dann werdet ihr im Tempel eures Innern stets das Fest des Kreuzes feiern, indem ihr schweigend duldet und euch keinem Geschöpf anvertraut. Weil Feste aber in Freude gefeiert werden, müssen alle, die den Gekreuzigten lieben, das Fest des Kreuzes in schweigendem Dulden begehen, mit heiterer und froher Miene, so dass das Leiden den Menschen verborgen und nur dem Höchsten bekannt ist. Bei diesem Fest werden Gastmähler gehalten, bei denen der Wille Gottes die Speise ist nach dem Beispiel unserer gekreuzigten Liebe.

Quelle: Amedea della Madre del Buon Pastore (Hrsg.): Lettere di Paolo della Croce. Rom 1924, Bd. 1, S. 43; Bd. 2 S. 440. 825; zitiert nach Monastisches Lektionar zum 19. Oktober

Zitate von Paul vom Kreuz:

Ich möchte der ganzen Welt sagen, dass man doch erkenne, welch große Gnade Gott in seinem Erbarmen erweist, wenn er Leiden schickt, vor allem, wenn das Leiden ohne Trost ist. Denn dadurch wird die Seele wie Gold im Feuer gereinigt. Sie wird schön und leicht, um so den Höhenflug zu ihrem Höchsten Gut anzutreten, das heißt, zur seligen Umformung zu gelangen, ohne es jedoch wahrzunehmen. Sie trägt das Kreuz zusammen mit Jesus und weiß es nicht.

Man muss sich davor hüten, zu solchen Zeiten des Leidens das Gebet zu unterbrechen; denn dadurch würde das Leiden nicht geringer werden, ja die Seele würde sogar - ohne jeglichen Nutzen - noch mehr betrübt sein; denn sie würde sehen, dass sie der Lauheit zum Opfer gefallen ist. Indes weiß ich, dass Gott mir diese Erkenntnis gibt: Wen Gott durch das Gebet zu einer hohen Einheit mit Ihm führen will, der muss auf der Straße des Leidens im Gebet gehen; ich sage: Leiden ohne jeglichen erfahrbaren Trost, sodass die Seele sozusagen nicht mehr weiß, wo sie steht.

Quelle: Paul vom Kreuz: Geistliches Tagebuch, 21. Dezember 1720. In: M. Bialas: Das geistliche Tagebuch des heiligen Paul vom Kreuz. Aschaffenburg 1976, S. 94
Paul vom Kreuz: Geistliches Tagebuch, 10. - 13. Dezember, In: ebda., S. 84f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott


1 Kor 1,18–25
Evangelium aus dem Schott


Mt 16,24–27

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Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.