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Der Heilige

Aloisius Gonzaga,

Ordensmann

* 9. März 1568 in Castiglione delle Stiviere in Italien
† 21. Juni 1591 in Rom

… aus ihrem Leben!

Aloisius (Luigi) wurde 1568 als ältester Sohn des Markgrafen von Gonzaga in Castiglione bei Mantua geboren. Er lernte früh, sein heftiges Temperament zu beherrschen, und fiel als Page am florentinischen Hof und später am Hof Philipps II. in Madrid durch seinen Lebensernst und seine Frömmigkeit auf. Mit siebzehn Jahren erhielt er von seinem Vater nach hartem Ringen die Erlaubnis, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Bei einer Pestepidemie in Rom stecke er sich an, da er sich ohne Schonung und ohne Vorsicht der Pflege der Kranken widmete, und starb drei Monate später (1591). Er wurde 1726 heilig gesprochen, 1729 zum Patron der studierenden Jugend erklärt. Die Lebensbeschreibungen des Heiligen haben seine männlich-herbe Gestalt oft verzeichnet.

Quelle: erzabtei-beuron.de


Agostino Bonisoli: Carlo Borromäus (links) und Aloisius von Gonzaga beten zur Jungfrau Maria, um 1695
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Wir sind zur Gotteskindschaft berufen, sind aber gehalten, die entsprechenden Bedingungen zu erfüllen:
Sagt mir bitte: Wenn euer Großherzog, den ihr jetzt erwartet, gleich nach seiner Ankunft irgendeinen Armen oder Reichen dieser Stadt zu sich rufen ließe und ihm die Zusicherung gäbe, er wolle ihn zu seinem Adoptivsohn machen und an der Regierung teilnehmen lassen, die nur seinem einzigen Sohn zustehe, ihm verspräche, zu seinen Lebzeiten ihn wie seinen Sohn zu halten und nach seinem Tode ihm die Herrschaft des Staates als Erbe zu hinterlassen, und ihm als Bedingung nur stellen würde, so zu leben und sich so zu benehmen, wie es sich für seinen Sohn gezieme, also die arme Hütte als Wohnung zu verlassen und in seinen reichen Palast einzuziehen, die elenden Lumpen wegzuwerfen und sich mit kostbaren Gewändern zu kleiden, wie sie einem solchen Sohn zukommen, von den Sitten und Gewohnheiten des niederen Standes zu lassen und Sitten und Gewohnheiten eines großen Herrn und eines Sohnes des Großherzogs anzunehmen, wer aus euch würde diesen Vorschlag hören und nicht sofort darauf eingehen?
Nun aber lässt Gott, dem Lob und Preis gebührt, sich herab, jedermann an Sohnes Statt anzunehmen: Er verspricht ihm in dieser Welt väterliche Sorge dergestalt, dass er unser nie vergisst. … Er fordert nichts anderes von uns, als das ärmliche Haus der Verwandten und unserer Mütter zu verlassen, in der Gesinnung oder in der Tat, je nach der Berufung eines jeden, und in den königlichen Palast des Himmelskönigs einzuziehen, in dem Gott die Herrschaft führt und wo die Engel dienen. Er will, dass wir die schlechten Kleider der Eigenliebe ablegen und mit der Liebe uns bekleiden; er will, dass wir die Gewohnheiten einer gemeinen, niedrigen Person, wie Unvollkommenheiten und Sünden, lassen und die der Gottessöhne annehmen, das sind Sanftmut, Kindesliebe, Gerechtigkeit, Frömmigkeit und die anderen Tugenden. Wer unter uns wird diese Einladung nur anhören und sie nicht auch annehmen? Wer wird die Botschaft hören und ihr nicht folgen? Wahrlich, mir will scheinen, so etwas könnte nur, wer Gottes Wort nicht verstünde und es nicht erfasste, was Gott uns verspricht.

Quelle: Briefe und Schriften des Hl. Aloysius Gonzaga, nach der italienischen Ausgabe von E. Rosa, übertragen von J. Leufkens. München 1928, S. 220f

Zitate von Aloisius von Gonzaga:

Es ist ein sehr gefährliches Ding, sich von einer besonderen Anhänglichkeit gegen ein Geschöpf oder ein geschaffenes Gut treiben zu lassen.
Wer auch in kleineren Dingen in Schuld fällt, gehe sogleich zu Gott, erflehe von ihm Verzeihung und bitte ihn um die Gnade, ihn nicht mehr zu beleidigen, und stehe so unverweilt wieder auf.
Die Stärke eines Christen quillt aus der heiligen Furcht Gottes, denn wer Gott fürchtet, braucht nichts anderes mehr zu fürchten.
Die ganze Vollkommenheit des Evangeliums wird durch eifrige Übung des Gebets erworben, und der kann nie dahin gelangen, vollkommen zu sein, der nicht ein Mann des Gebetes ist.
Es verachtet die irdischen Fürstentümer, wer seine Seele dem himmlischen Reiche zuwendet, im Vergleich zu dem die Kronen und Königsmäntel nur Kleidungsstücke von Schauspielern scheinen, die über kurz oder lang abgelegt werden.
Es gibt kein sichereres Merkmal der Auserwählung, als wenn einer bei einem frommen Lebenswandel doch von Leiden, Trübsal und Mühseligkeiten bedrängt ist.
Wer es versäumt, der Seele seines Nächsten zu helfen, der weiß nicht Gott zu lieben, denn er sucht nicht die Ehre Gottes zu mehren.

Quelle: Briefe und Schriften des Hl. Aloysius Gonzaga, nach der italienischen Ausgabe von E. Rosa, übertragen von J. Leufkens. München 1928, S. 52f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


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Zitat von der Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.