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Der Heilige

Johannes-Baptist de La Salle,

Priester, Ordensgründer

* 30. April 1651 in Reims in Frankreich
† 7. April 1719 im Stadtteil St-Yon in Rouen in Frankreich

… aus ihrem Leben!

Johann de la Salle war ein Bahnbrecher der modernen Erziehung. Unterricht in der Muttersprache statt in Latein, Verbot der Prügelstrafe Schulung der Arbeiter in ihren Berufen: das waren vor dreihundert Jahren große Neuerungen, die vor allem in kirchlichen Kreisen auf Widerstand stießen. Für Johannes Baptist de la Salle, geboren 1651 in Reims, war die Notwendigkeit solcher Reformen völlig klar. Er hat den Glanz und das Elend der Zeit Ludwigs XIV. gesehen und sich vor allem der ärmeren Volksschicht verpflichtet gewusst. So gründete er Volksschulen, Fortbildungsschulen für Berufstätige, Lehrerseminare. Er starb am Karfreitag 1719; 1900 wurde er heilig gesprochen. Sein Werk wird durch die von ihm gegründete Genossenschaft der Christlichen Schulbrüder fortgesetzt.

Quelle: erzabtei-beuron.de


Bild von Pierre Léger, 1734
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Die Liebe Gottes drängt uns:
Erwägt im Herzen, liebe Brüder, was der Apostel Paulus sagt: Gott habe in seiner Kirche Apostel, Propheten und Lehrer bestellt (1. Korintherbrief 12, 28), und seid überzeugt, dass Gott auch euch in euer Amt eingesetzt hat. Das bezeugt euch derselbe Heilige, wenn er erklärt, es gebe verschiedene Dienste und verschiedene Kräfte und derselbe Heilige Geist zeige sich in jeder dieser Gaben zum gemeinsamen Nutzen, das heißt zum Nutzen der Kirche (vgl. 1. Korintherbrief 12, 5. 11). Ihr sollt also nicht an der großen Gnade zweifeln, die ihr erhalten habt: die Knaben zu lehren, ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden und sie im Geist der Religion zu erziehen. Es ist ein großes Geschenk Gottes, dass er euch zu einer so heiligen Aufgabe berufen hat.
Die Schüler, die eurer Sorge anvertraut sind, sollen an eurer ganzen Lehrtätigkeit sehen, dass ihr Diener Gottes seid, da ihr die Aufgabe mit ungeheuchelter Liebe und echter Sorgfalt erfüllt. Auch darum sollt ihr euch eurem Amt verpflichtet fühlen, weil ihr nicht nur Diener Gottes, sondern auch Diener Jesu Christi und der Kirche seid.
So sagt der heilige Paulus mahnend, alle seien als Diener Christi zu betrachten, die das Evangelium verkündigen, die den Brief schreiben, den Christus diktiert, nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch (2. Korintherbrief 3, 3), die Herzen der Knaben. Deswegen dränge euch die Liebe Gottes (vgl. 2. Korintherbrief 5, 14), weil Jesus Christus für alle gestorben ist, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde (2. Korintherbrief 5, 15). Möge daher eure Sorgfalt und euer Eifer die Schüler bewegen. Mögen sie fühlen, dass Gott sie durch euch ermahnt, weil ihr Gesandte Christi seid.
Ferner müsst ihr der Kirche zeigen, wie sehr ihr sie liebt, und ihr sollt ihr Beweise eurer Gewissenhaftigkeit geben. Denn ihr arbeitet durch die Kirche, den mystischen Leib Christi. Durch eure Arbeitsfreudigkeit zeigt, dass ihr die Menschen, die Gott euch anvertraut hat, liebt wie Christus die Kirche geliebt hat.


In seinen Schriften über die mystische Gegenwart Christi beim Unterricht schreibt er über die Gegenwart Gottes:
Man kann Gott in dreifacher Weise als gegenwärtig annehmen:
Zunächst als gegenwärtig an dem Orte, an welchem man sich gerade befindet.
Zweitens als gegenwärtig im eigenen Selbst, also im Inneren der Seele.
Und drittens als gegenwärtig in der Kirche.
Jede dieser drei Arten, Gott als gegenwärtig zu denken, Gott als gegenwärtig zu fühlen, kann auch noch in zweierlei Weise verstanden werden.
Denn am Ort, wo man sich gerade befindet, kann man Gott fühlen, weil Gott überall ist. Sodann, weil Gott besonders dort gegenwärtig ist, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind (vgl. Matthäusevangelium 18, 20).
Ebenso ist Gott in unserem eigenen Inneren stets gegenwärtig, sowohl deshalb, weil Er immer in uns ist, schon um uns überhaupt leben zu machen, und zweitens, weil Er aus besonderer Gnade und durch den Heiligen Geist in uns sein kann.
Zuletzt ist Gott in der Kirche, erstens überhaupt, weil dies das Haus Gottes ist, und zweitens, weil unser Heiland Jesus Christus im Heiligen Sakrament immer gegenwärtig ist, und seine Wohnung im Tabernakel des Altars genommen hat.

Quelle: Jean Baptiste de La Salle: Meditatio 201. In: Liturgia horarum, Bd. 2. Rom 1977, S. 1332f. Zitiert nach Monastisches Lektionar zum 7. April
Jean Baptiste de La Salle: Schrift über die mystische Gegenwart Christi beim Unterricht. Zitiert nach: Walther Tritsch (Hrsg.): Einführung in die Mystik in Quellen und Zeugnissen. Weltbild, Augsburg 1990, S. 314

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott


2 Tim 1,13–14; 2,1–3
Evangelium aus dem Schott


Mt 18,1–5

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Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

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Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.