Vinzenz Ferrer, h1>
Ordensmann, Bußprediger
* 23. Januar 1350 in Valencia in Spanien
†5. April 1419 in Vannes in der Bretagne in Frankreich
… aus ihrem Leben!
Vinzenz, geboren um 1350 in Valencia, wurde Dominikaner, Lehrer der Philosophie und Theologie und ein großer Bußprediger. In der damaligen abendländischen Kirchenspaltung stand Vinzenz seit 1379 auf Seiten der Päpste von Avignon (Klemens VII., Benedikt XIII). Von 1399 bis 1409 reiste er als Bußprediger durch Spanien, Südfrankreich, die Schweiz und Oberitalien. Von 1414 an (Konzil von Konstanz) rückte er von dem Gegenpapst Benedikt XIII. ab und arbeitete für die Einheit der Kirche. Auf einer neuen Predigtreise durch Frankreich starb er am 5. April 1419 in Vannes in der Bretagne. - Vinzenz war ein Gottesmann, für den nichts unmöglich schien. Nach einer Lebensbeschreibung soll er sogar die Damen von Ligurien dazu bewogen haben, auf ihre verrückten Haarfrisuren zu verzichten. Das sei „das größte seiner Wunder“ gewesen, heißt es in der Lebensbeschreibung.
Quelle: erzabtei-beuron.de
Giuseppe Paladini: Vinzenz FerrerJoachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de
Legenden oder Worte der Heiligen
Ratschläge für Prediger und Beichtväter:
Bei Predigten und Unterweisungen gebrauche eine einfache Sprache und familiäre Ausdrucksweise zur Erklärung der einzelnen Stücke.
Soviel du kannst, belege alles mit Beispielen, damit jeder Sünder, der seine Fehler begangen hat, sich betroffen fühle und glaubt, du habest nur für ihn gepredigt.
Wichtig ist, dass die Worte nicht von einem stolzen, unversöhnlichen Geist, sondern mehr von den Gefühlen der Liebe und väterlichen Wohlwollens eingegeben sind: Ein Vater, der ob der Fehler seiner Kinder, ob schwerer Krankheit, ob eines Unglücksfalles von Mitleid gerührt wird, ist nur darauf bedacht, sie wieder gerettet und befreit zu sehen, und er wird alles daransetzen, sie wie eine Mutter zu pflegen. So soll es auch der Prediger machen.
Er soll sich am Fortschritt freuen und zufrieden sein, wenn die Hoffnung auf die Herrlichkeit des Paradieses wieder erwacht.
Diese Art verhilft den Gläubigen zum Trost und Fortschritt; das allgemeine Reden über die Tugenden und die Laster hilft ihnen wenig.
Auch im Beichtstuhl sollst du weder den Frommen schmeicheln noch die Sünder hart behandeln, sondern lass dich stets von Gefühlen der Liebe leiten. Der Sünder soll es empfinden, dass deine Worte nur der reinsten Liebe entspringen; daher sollen auch Worte der Liebe und Barmherzigkeit stets jenen der Zurechtweisung vorausgehen.
Willst und wünschst du also, dem Seelenheil der Menschen nützlich zu sein, dann eile zuerst zu Gott und bitte ihn aus ganzer Seele, dass er dir hierin behilflich sei. Bitte ihn, dass er sich würdige, dir die Tugend aller Tugenden - die Liebe - einzuflößen, und durch sie vermagst du dann alles zu vollbringen, was du wünschst.
Quelle: Die Lehre vom geistlichen Leben von San Vicente Ferrer. = Dokumente der Religion, 4. Bd. Paderborn 1923, S. 48f
Zitate von Vinzenz Ferrer:
Das Antlitz der Seele ist das Gewissen. Wie man am Angesicht den Menschen erkennt, so erkennt Gott die, die Ihn lieben, am Antlitz der Seele.
"Wer immer der Seele seines Mitmenschen nützen
und ihn durch Worte erbauen will,
soll vor allen Dingen selbst besitzen,
was er andere lehren will.
Wer einen Seelenführer hat, der ihn anleitet, dem er gehorcht im Großen wie im Kleinen, der gelangt leichter und in kürzerer Zeit zur Vollkommenheit als der, der es unternimmt, sich selbst zur Vollkommenheit zu führen.
Der Weg des Gehorsams ist der königliche Weg, der unaufhaltsam zum Gipfel führt, wo der Mensch seinen Gott findet; alle, die zur Vollkommenheit gelangten, sind auf diesem schmalen Pfade vorangeschritten.
Trage den Gekreuzigten immer in deinem Herzen, damit er dich in seine ewige Herrlichkeit einführe!
Quelle: Die Lehre vom geistlichen Leben von San Vicente Ferrer. = Dokumente der Religion, 4. Bd. Paderborn 1923, S. 26f, 77
Johanna Lanczkowski (Hrsg.): Die Weisheit der Heiligen - Ein Brevier. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1991, S. 99, 165
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





