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Der Heilige

Isidor von Sevilla,

Erzbischof von Sevilla, Kirchenlehrer

* um 560 in Cartagena in Spanien
† 4. April (?) 636 in Sevilla in Spanien

… aus ihrem Leben!

Isidor war der jüngere Bruder des Erzbischofs Leander von Sevilla, der nach dem Tod des Vaters auch seine Erziehung übernahm. Isidor war vielseitig interessiert und hatte eine leidenschaftliche Liebe zu den Büchern. Das Amt des Bischofs, das er kurz vor 600 übernehmen musste, war für ihn eine große Last. Er bemühte sich vor allem um die wissenschaftliche Bildung der Priester. Er selbst schrieb zahlreiche Bücher, in denen er das ganze Wissen des Altertums zusammenfassen wollte, um es der kommenden Zeit weiterzugeben. Vor allem sein Hauptwerk, die zwanzig Bücher der „Etymologien“ oder „Ursprünge“, wurde im Mittelalter oft abgeschrieben und viel benützt, zum Teil auch ins Althochdeutsche übersetzt. Man bezeichnet Isidor als den letzten abendländischen Kirchenvater. Er starb 636.

Arbeit und Heiligkeit

„Die bischöfliche Würde bedeutet Arbeit, nicht Ehre, und deshalb ist derjenige kein Bischof, der den Bischofsstab führt, um eine Rolle zu spielen, und nicht, um für die anderen nützlich zu sein.“ - „Vor allem muss er die hervorragendste aller Gaben, die Liebe, erwerben, ohne die jede Tugend Lüge ist. Der Schutz jeder Heiligkeit ist die Liebe, und die Demut ist der Ort, an dem sie wohnt.“ (Isidor von Sevilla)

Quelle: erzabtei-beuron.de


Bartolomé Esteban Murillo: Isidor, 1655, in der Sakristei der Kathedrale in Sevilla
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Zum Fortschritt im geistlichen Leben bedarf es des Gebets und der Lesung: Durch Gebete werden wir gereinigt, durch Lesungen unterrichtet. Beides ist gut, wenn es zugleich möglich ist, andernfalls ist Beten besser als Lesen. Wer immer bei Gott sein will, muss viel beten und viel lesen. Wenn wir beten, sprechen wir mit Gott, wenn wir lesen, spricht Gott mit uns.
Jeder Fortschritt kommt aus Lesung und Erwägung. Was wir nicht wissen, lernen wir durch Lesen, und was wir gelernt haben, prägen wir uns ein durch Erwägung. Das Lesen der Heiligen Schrift gewährt uns einen doppelten Nutzen: Es unterweist die Einsicht unseres Geistes, und es zieht den Menschen von den Nichtigkeiten der Welt ab hin zur Gottesliebe.
Um ein Zweifaches bemüht sich die Lesung, einmal darum, die Schrift zu verstehen, und dann darum [zu erkennen], mit welchem Nutzen und welcher Ehrfurcht sie vorgetragen werden soll. Denn zuerst wird ein jeder bereit sein, sich dem Verstehen des Gelesenen zu öffnen. Dann wird er auch fähig sein, vorzutragen, was er gelernt hat. Dem ernsten Leser ist es viel mehr darum zu tun, auszuführen, was er gelernt hat, als es auch zu verstehen. …
Je fleißiger ein jeder die Heilige Schrift studiert, umso reicher ist die Einsicht, die er aus ihr schöpft. Es ist wie mit dem Ackerboden: Je ausgiebiger er gepflegt wird, desto reicher ist die Frucht, die er bringt. …
Eine Lehre, die ohne Gnade ins Ohr eindringt, gelangt nie bis zum Herzen. Äußerlich macht sie zwar Lärm, aber im Innern ist sie nutzlos. Das Wort Gottes, das durch das Ohr eingegossen wird, gelangt bis in die letzte Tiefe des Herzens, wenn die Gnade Gottes den Geist innerlich berührt, so dass der Geist Einsicht gewinnt.

Quelle: Isidor von Sevilla: Liber Sententiarum 3,8 - 10. In: Patrologia Latina 83, Sp. 679ff. Zitiert nach: Monastisches Lektionar zum 4. April

Zitate von Isidor von Sevilla:

Jesus, der Erlöser, bot uns das Vorbild des aktiven Lebens, wenn er sich tagsüber dem Wirken von Zeichen und Wundern in der Stadt hingab, aber er zeigte das kontemplative.

Diejenigen, die die Ruhe der Kontemplation zu erreichen suchen, müssen sich vorher in der Arena des aktiven Lebens üben; und so, befreit von den Schlacken der Sünden, werden sie in der Lage sein, jenes reine Herz vorzuweisen, das allein erlaubt, Gott zu sehen.

Der Mittelweg, der sich aus der einen und der anderen Lebensform [der Aktion bzw. der Kontemplation] zusammensetzt, erweist sich normalerweise als nützlicher zur Lösung jener Spannungen, die oft durch die Wahl einer einzigen Lebensform verschärft und hingegen besser durch eine Abwechslung der beiden Formen gemäßigt werden.

Deshalb widme sich der Diener Gottes in Nachahmung Christi der Kontemplation, ohne dem aktiven Leben zu entsagen. Sich anders zu verhalten, wäre nicht recht. Denn wie man Gott mit der Kontemplation lieben muss, so muss man den Nächsten mit dem Handeln lieben. Es ist also unmöglich, ohne das gleichzeitige Vorhandensein der einen und der anderen Lebensform zu leben, noch ist es möglich zu lieben, wenn man nicht die Erfahrung sowohl der einen wie der anderen macht.

Wenn wir beten, sprechen wir mit Gott, wenn wir lesen, spricht Gott mit uns.

Quelle: Isidor: Differentiarum Liber II, 34, 133 PL 83, Sp. 91. Zitiert nach Benedikt XVI.: eneralaudienz am 18. Juni 2008

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott


2 Kor 4,1-2.5-7
Evangelium aus dem Schott


Lk 6,43-45

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Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.

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Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.