Luigi (Aloisius) Orione, h1>
Priester, Ordensgründer
* 23. Juni 1872 in Pontecurone bei Alessandria in Italien
†12. März 1940 in San Remo in Italien
… aus ihrem Leben!
Luigi Orione wurde bei den Franziskanern in Voghera ausgebildet und besuchte dann das Gymnasium bei Johannes Don Bosco in Turin. Jahrelang hatte Luigi unter schweren Krankheiten gelitten, deshalb hatten ihm die Franziskaner auch die Aufnahme in den Orden verweigert. Nach dem Tod von Don Bosco 1888 wurde er wundersam geheilt und konnte mit dem Theologiestudium in Tortona beginnen. Schon als Student gründete er 1892 in Tortona ein kirchliches Jugendzentrum und 1893 ein Heim für mittellose Schüler. Im Priesterseminar in Tortona setzte er seine Ausbildung fort und wurde dort 1895 zum Priester geweiht.
Aus seiner Jugendarbeit entwickelte Luigi Orione das caritative Opera della Divina Provvidenza, das Werk der göttlichen Vorsehung, getragen von den zwei durch ihn gegründeten Ordensfamilien, den Figli della Divina Provvidenza, den Söhnen der göttlichen Vorsehung und den Piccole Suore della Carità, den Kleinen Missionsschwestern von der Liebe. Papst Pius X. beauftragte ihn mit Seelsorge in Rom, 1909 wurde er zum Generalvikar der Erzdiözese Messina ernannt, nachdem er beim verheerenden Erdbeben in Messina 1908 umfangreiche Hilfsmaßnahmen zugunsten der Waisen organisiert hatte. Auch die Opfer des Erdbebens von Marsica - der Gegend um Avezzano - im Jahr 1915 und die zahlreichen Kriegswaisen von 1915 bis 1918 erfuhren seine Hilfe. Orione sah sich in alledem als Verkünder des Evangeliums, besonders auch gegenüber der Kirche ferne Stehenden. Im Auftrag der Päpste betreute er im Modernismusstreit ausgeschiedene Priester. Er solidarisierte sich auch mit den Nöten der Arbeiter, so anlässlich eines Streiks in Candia Lomellina 1901.
Ora et labora, bete und arbeite, das Motto von Benedikt von Nursia wurde auch sein Leitmotiv, gepaart mit der Kreuzesliebe des Franziskus von Assisi, dem Vorbild der Schwerstkrankenpflege bei Josef Benedikt Cottolengo sowie der Arbeit unter Jugendlichen und der Missionen seines Lehrers Johannes Don Bosco. Die Marienverehrung war ihm immerwährende Kraftquelle. Briefe und von ihm gegründete Zeitschriften verbreiteten seine Einsichten.
Noch vor seinem Tod breitete sich Luigi Oriones Werk in Polen, Brasilien und den USA aus. Bei seinem Tod zählten die beiden Kongregationen 820 Mitglieder, darunter 220 Priester, die in mehr als hundert Werken Dienst an Armen, Kranken und an jungen Menschen taten. Bis heute wird es unterstützt von den Absolventen seiner Schulen und den Amici di Don Orione, den Freunden von Don Orione. Die von ihm gegründete Ordensfamilie arbeitet heute in fast allen Ländern der Erde als Helfer für Alte, Kranke und Notleidende, besonders unter der Jugend.
Quelle: Evangeliumtagfuertag.org
Bild im Institut Don Orione in MessinaJoachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de
Legenden oder Worte der Heiligen
Papst Johannes Paul II. sagte 1980 bei der Seligsprechung auf dem Petersplatz in Rom:
Don Luigi Orione erscheint uns als eine wunderbare, geniale Verkörperung christlicher Liebe. Es ist unmöglich, das abenteuerliche und manchmal dramatische Leben dieses Mannes, der sich selbst demütig, aber hintersinnig den
Gepäckträger Gottes
nannte, mit wenigen Sätzen zusammenzufassen. Wir können jedoch sagen, dass er sicher durch seinen öffentlich bekannten christlichen Glauben und seine heldenmütig gelebte Liebe eine der herausragendsten Persönlichkeiten dieses Jahrhunderts war. Er war mit ganzer Hingabe und Freude ein Priester Christi, während er Italien und Lateinamerika bereiste, sein Leben denen widmete, die durch Unglück, Elend und menschliche Schlechtigkeit am meisten zu leiden hatten. … Es berührt mich, den polnischen Papst, gar sehr, dass Don Orione stets eine besondere Vorliebe für Polen hatte und unsagbar darunter litt, als meine geliebte polnische Heimat im September 1939 besetzt und zerstückelt wurde. Ich weiß, daß die weiß-rote Fahne, die er in jenen tragischen Tagen wie im Triumphzug zum Heiligtum der Gottesmutter in Tschenstochau getragen hatte, noch immer an der Wand seines armseligen Zimmers in Tortona hängt; dort wollte er sie haben. Und in einem letzten Gruß sagte er noch am Abend des 8. März 1940, ehe er sich nach San Remo begab, wo er dann starb: Ich habe die Polen sehr geliebt. Ich habe sie schon als Kind geliebt … Seid stets gut zu diesen euren Brüdern.
Aus diesem so intensiven und bewegten Leben ergeben sich Geheimnis und Genialität Don Oriones. Er hat sich einzig und allein und immer von der Logik der Liebe leiten lassen. Unsagbar große, totale Liebe zu Gott, zu Christus, zu Maria, zum Papst und ebenso absolute Liebe zum Menschen, zum ganzen Menschen mit seiner Seele und seinem Leib, und zu allen Menschen, den kleinen und den großen, den reichen und den armen, den bescheidenen und den klugen, den Heiligen und den Sündern, wobei er ganz besonders Güte und Feinfühligkeit gegenüber den Leidenden, den Einsamen und Verzweifelten bewies. Sein Aktionsprogramm formulierte er so: Unsere Politik ist die große, göttliche Liebe, die allen Gutes erweist. Unsere Politik soll die des Vaterunser sein. Wir schauen auf nichts anderes als auf die Seelen, die es zu retten gilt, Seelen und immer wieder Seelen! Das ist unser ganzes Leben, das ist unser Ruf und unser Programm, unsere ganze Seele, unser ganzes Herz!
Und mit dichterischen Anklängen rief er aus: Christus kommt und trägt in seinem Herzen die Kirche und in seiner Hand die Tränen und das Blut der Armen, die Klage der Betrübten, der Unterdrückten, der Erniedrigten, der Ausgestoßenen, der Witwen und Waisen. Hinter Christus tun sich neue Himmel auf. Es ist wie die Morgenröte des Triumphes Gottes!
Don Orione hatte das Wesen und das Herz des Apostels Paulus: feinfühlig und sensibel bis zu Tränen, unermüdlich und mutig bis zur Kühnheit, zäh und dynamisch bis zum Heroismus, indem er sich jeder Art von Gefahren stellte, an hohe Persönlichkeiten aus Politik und Kultur herantrat, glaubenslose Menschen erleuchtete, Sünder zur Umkehr brachte und dabei immer sich zu unablässigem, vertrauensvollem Gebet sammelte, das mitunter von schrecklichen Bußübungen begleitet war. Ein Jahr vor seinem Tod hat er das wesentliche Programm seines Lebens so zusammengefaßt: Leiden, schweigen, beten, lieben, sich kreuzigen lassen und verehren.





