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Der Heilige

Polykarp,

Bischof von Smyrna, Märtyrer, Apostolischer Vater

* um 69
† 155/156 in Smyrna, heute Ruinen in Ízmir in der Türkei

… aus ihrem Leben!

Polykarp kannte noch den Apostel Johannes und wurde von ihm zum Bischof von Smyrna bestellt (vgl. Offb 2,8-11). Als Sprecher der Kirchen von Kleinasien verhandelte er 155 mit Papst Anicet über den Termin des Osterfestes. In Kleinasien muss er großen Einfluss gehabt haben; die Heiden nannten ihn „den Lehrer Asiens, den Vater der Christen, den Zerstörer der Götter“. Als der römische Statthalter ihm befahl, Christus zu verfluchen, antwortete er: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?“ Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, und als das Feuer ihn nicht tötete, mit einem Dolch durchbohrt. Über sein Martyrium ist ein zuverlässiger Bericht erhalten. Polykarp ist der letzte Zeuge aus dem apostolischen Zeitalter.

Quelle: erzabtei-beuron.de


Mosaik der Märtyrer: Demetrios von Saloniki (links), Polykarp (Mitte) und Vinzenz von Valencia (rechts), 6. Jahrhundert
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

Polykarp ermahnt die Gemeinde von Philippi zu einem christlichen Lebenswandel:
Steht also darin fest und folgt dem Beispiel des Herrn, fest und unwandelbar im Glauben, Freunde der Geschwisterlichkeit, in gegenseitiger Liebe, in Wahrheit geeint! Dient einander mit der Sanftmut des Herrn, verachtet niemand! Wenn ihr Gutes tun könnt, schiebt es nicht auf; denn Almosen befreit vom Tod! Seid alle einander untertan, führt einen untadeligen Lebenswandel unter den Heiden, damit durch eure guten Werke einerseits ihr Ruhm erlangt, andererseits der Herr in euch nicht gelästert werde! Wehe dem, durch den der Name des Herrn gelästert wird! Lehrt also allen Nüchternheit, in der auch ihr wandeln sollt! …
Betet für alle Heiligen. Betet auch für die Könige und die Machthaber und Fürsten und für die, die euch verfolgen und hassen und für die Feinde des Kreuzes, damit eure Frucht offenbar sei bei allen, damit ihr vollkommen seid bei ihm [dem Herrn].

Quelle: Polykarp ad Phil. 10. In: K. Bihlmeyer: Die Apostolischen Väter. Neubearbeitung der Funkschen Ausgabe. = SQS II, 1, 1. Tübingen 1924, S. 118f
BKV2 35, S. 168, 170; bearbeitet

Das bei Eusebius (IV, 15) überlieferte Martyrium Polykarps ist das früheste Beispiel christlicher Märtyrerliteratur. Es ist gleichsam die christliche Entsprechung zum Martyrium des greisen Eleasar in der Zeit der Makkabäer (2. Makkabäernuch 6, 18 - 31).
Polykarp antwortet er auf die Aufforderung des Prokonsuls, auf das Glück des Kaisers zu schwören und Christus zu fluchen: Sechsundachtzig Jahre diene ich Ihm, und Er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König und Erlöser lästern?
Als der Scheiterhaufen hergerichtet war, legte Polykarp alle seine Kleider ab, löste den Gürtel und suchte selbst die Schuhe auszuziehen; er tat dies früher nicht, weil die Gläubigen immer darauf aus waren, schnell seinen Leib zu berühren. Denn schon vor seinem Martyrium war er seines vorbildlichen Lebens wegen eine Zierde alles Guten [für die Gemeinde]. Sogleich legte man alles, was zum Scheiterhaufen gehörte, um ihn herum. Als sie ihn aber noch annageln wollten, sagte er: ‚Lasst mich so; denn der mir die Kraft gibt, das Feuer auszuhalten, wird mir auch ohne die Sicherung durch eure Nägel verleihen, dass ich bei der Verbrennung ruhig stehen bleibe.’ Da nagelten sie ihn nicht an, sondern banden ihn nur fest. Er legte seine Hände auf den Rücken und wurde gebunden, wie der auserwählte Widder aus einer großen Herde bereitet wird für die Darbringung eines Ganzopfers, das Gott gefällt. Polykarp blickte auf zum Himmel und sprach: ‚Herr, Gott, Herrscher des Alls, Vater deines geliebten und gepriesenen Knechtes Jesus Christus, durch den wir Kenntnis von dir erhalten haben, Gott der Engel und Mächte, der ganzen Schöpfung und des ganzen Geschlechtes der Gerechten, die vor dir leben! Ich preise dich, dass du mich dieses Tages und dieser Stunde wert gehalten hast, dass ich unter der Schar der Märtyrer am Kelch deines Christus teilha­ben darf zur Auferstehung des ewigen Lebens von Seele und Leib in Unverweslichkeit durch den Heiligen Geist. Mit einem reichen, von dir angenommenen Opfer möchte ich heute unter sie eingereiht werden, mit einem Opfer, wie du es mir im Voraus bestimmt und verkündet hast und wie du es nun erfüllst, du wahrhaftiger Gott, der die Lüge nicht kennt. Dafür und für alles lobe ich dich. Ich preise und verherrliche dich mit dem ewigen Hohenpriester Jesus Christus im Himmel, deinem geliebten Sohn und Knecht. Durch ihn ist dir mit ihm und dem Heiligen Geist die Ehre jetzt und in Zukunft und in Ewigkeit. Amen.’ Als er das Amen gerufen und das Gebet beendet hatte, entzündeten die Feuerleute den Scheiterhaufen. Als die Flamme hoch emporloderte, sahen wir, denen es zu schauen vergönnt war, ein großes Wunder. Das Feuer war wie ein gewölbter Raum und umgab den Leib des Märtyrers ringsum wie das Segel eines Schiffes, das im Wind gebläht wird. Der Märtyrer stand mitten darin. Er sah nicht aus wie verbrennendes Fleisch, sondern wie Brot, das gebacken wird, oder wie Gold und Silber, das man im Feuer läutert.“ Da Polykarp nicht verbrannte, erhielt er schließlich den Todesstoß durch das Schwert.

Quelle: Aus dem Brief der Kirche von Smyrna über das Martyrium des Polykarp, c. 13, 2 - 15, 3. In: Opera patrum apostolicoum, ed. Funk, Bd. 1, Tübingen 1881: zitiert nach Mon. Lekt. zum 23. Februar

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Lesung aus dem Schott


Offb 2,8-11
Evangelium aus dem Schott


Joh 15,18-21

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