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Der Heilige

Method von Mähren,

Glaubensbote bei den Slawen, Erzbischof von Pannonien und Mähren

* um 815 in Thessaloniki in Griechenland
† 6. April 885 in Weligrad, heute Staré Město bei Uherské Hradiště (?) in Tschechien

… aus ihrem Leben!


Russische Ikone: Cyrill und Method (links)
Joachim Schäfer, www.heiligenlexikon.de

Legenden oder Worte der Heiligen

In der Lebensbeschreibung des Cyrillus in der Vita Constantini ist von den Widerständen die Rede, auf die die Verwendung der slawischen Sprache im Bereich der Liturgie stieß:

Als er [Konstantin] nach Mähren kam, nahm ihn [Fürst] Rastislav mit großen Ehren auf, er versammelte Schüler und übergab sie ihm zur Erziehung. Sobald er das ganze kirchliche Officium [Stundengebet] übersetzt hatte, lehrte er sie das Beten der Matutin, der [verschiedenen] Horen, der Vesper und Komplet und die mystische Liturgie [d. h. die Messe]. Und es wurden gemäß den Worten des Propheten die Ohren der Tauben geöffnet (Jesaja 35, 5), so dass sie die Worte der Schrift hören konnten, und die Zunge der Stammelnden redete wieder deutlich und klar (Jesaja 32, 4). Gott freute sich darüber, aber der Teufel wurde dadurch beschämt.
Als aber die göttliche Lehre [immer mehr] wuchs, da ertrug der böse Neider von Anfang an (vgl. Johannesevangelium 8, 44), der verfluchte Teufel, diese positive Entwicklung nicht [länger], sondern trat in seine Gefäße ein (vgl. Johannesevangelium 13, 2. 27), und begann viele mit folgenden Worten aufzuwiegeln: Gott wird durch diese Entwicklung nicht geehrt. Denn wenn dies seinem Willen entspräche, hätte er da es nicht bewirken können, dass auch diese Leute von Anfang an ihr gesprochenes Wort in schriftliche Form fassend Gott lobten? Aber er hat nur drei Sprachen ausgewählt: [nämlich] die hebräische, die griechische und die lateinische, mit denen Gott in gebührender Weise Ehre erwiesen wird. Die so sprachen, waren lateinische und fränkische Kleriker, Bischöfe mit ihren Priestern und Schülern. Er [Konstantin] aber kämpfte mit ihnen, wie einst David mit den Fremden [den Philistern], besiegte sie mit den Worten der Schrift und nannte sie Götzendiener [cultores] von drei Sprachen, weil Pilatus es so als Aufschrift [auf dem Kreuz] des Herrn hatte schreiben lassen. …
Nachdem er 40 Monate in Mähren verbracht hatte, brach er auf, um seine Schüler weihen zu lassen. Auf seiner Reise nahm ihn Kocel auf, der Fürst von Pannonien. Dieser schätzte die [von Konstantin entwickelte] slawische [bzw. glagolitische] Schrift so ungemein hoch, dass er sie erlernte und ihm an die 50 Schüler zuwies, dass [auch] sie sie lernten. Und er erwies ihm hohe Ehren und gab ihm das Geleit. Doch nahm er weder von Rastislav noch von Kocel weder Gold noch Silber noch etwas anderes an, vielmehr verkündete er das Wort des Evangeliums ohne Lohn (vgl. Matthäusevangelium 10, 9f; Lukasevangelium 10, 7). Nur 900 Gefangene erwirkte er sich und entließ sie in die Freiheit.
Als er aber in Venedig war, traten ihm Bischöfe, Priester und Mönche entgegen wie Raben gegen einen Falken, sie brachten die Häresie von den drei Sprachen vor, indem sie sagten: Mensch, sag uns, warum du jetzt den Slawen eine Schrift gegeben hast und sie ihnen lehrst, die doch kein anderer vorher erfunden hat, weder die Apostel noch der römische Papst, noch der Theologe Gregor [der Große], noch Hieronymus, noch Augustinus? Wir aber kennen nur drei Sprachen, in denen man Gott in Schriften verehren darf: die hebräische, die griechische und lateinische.
Da antwortete ihnen der Philosoph [Konstantin]: Lässt es Gott nicht in gleicher Weise über alle regnen? Und leuchtet nicht die Sonne in derselben Weise über allen? (Matthäusevangelium 5, 45). Atmen wir nicht in gleicher Weise dieselbe Luft? Schämt ihr euch nicht, nur drei Sprachen festzulegen, die übrigen Völker und Stämme aber überlasst ihr der Blindheit und Taubheit? Sagt mir, ob ihr Gott schwach sein lasst, dass er dies nicht gewähren könne, oder neidisch, dass er es nicht will? Wir aber kennen viele Völker, die eine Schrift benützen und [damit] Gott Ehre erweisen, ein jedes in seiner Sprache. Es sind dies bekanntlich die Armenier, die Perser, [das kaukasische Bergvolk der] Abchasen, die Georgier, die [auf der Halbinsel Krim lebenden] Sogdianer, die Goten, die Awaren, [das Turkvolk der] Chazarer, die Araber, die Ägypter, die Syrer und viele andere.


Die beiden Brüder reisten weiter nach Rom. Dort zog Konstantin den Mönchshabit an und nannte sich von da an Cyrillus. Doch schon 50 Tage später sollte er sterben. Sein letztes Gebet lautet:
Herr, mein Gott, der du die Chöre der Engel und die körperlosen Mächte geschaffen hast, den Himmel ausgebreitet (Psalm 104, 2) und die Erde befestigt hast (Psalm 102, 26 u. ö.) und alles Seiende aus dem Nichtsein in das Sein überführt hast, der du die, die deinen Willen vollbringen und dich fürchten und deine Weisungen einhalten, immer erhörst, erhöre mein Gebet und bewahre deine dir treue Herde, die du mir, deinem ungeeigneten und unwürdigen Diener, zur Leitung übertragen hast! Befreie sie von der gottlosen und heidnischen Bosheit derer, die dich lästern, und vernichte die Drei-Sprachen-Häresie, und mehre deine Kirche an Zahl und versammle alle in Einheit und mache dein auserwähltes Volk einträchtig im wahren Glauben an dich und im rechten Bekenntnis und lege in ihre Herzen das Wort deiner Lehre. Es ist nämlich deine Gabe, wenn du uns unwürdige [Diener] angenommen hast als Prediger des Evangeliums deines Gesalbten, die sich gürten zu guten Werken und tun, was dir gefällt. Die du mir gegeben hattest, gebe ich nun zurück als die Deinen, lenke sie mit deiner starken Rechten, und beschütze sie im Schutz deiner Flügel (Psalm 61, 5), sodass alle deinen Namen loben und verherrlichen, den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Dann küsste er alle mit heiligem Kuss und sagte: Gepriesen ist Gott, der uns nicht den Zähnen unserer unsichtbaren Gegner als Beute überließ, sondern ihr Netz zerriss und uns befreite von der Vernichtung durch sie (vgl. Psalm 124, 6). So entschlief er im Herrn, 42 Jahre alt, am 14. Februar, in der zweiten Indiktion, im 6377. Jahr seit der Erschaffung der Welt [d. i. 869 n. Chr.].
Und der Inhaber des Apostolischen Stuhls [apostolicus] befahl allen Griechen, die in Rom waren, ebenso auch den Römern, sich mit Kerzen [in den Händen] zu versammeln und an seiner Bahre zu singen und einen Leichenzug zu halten wie bei einem Papst selbst. Das taten sie denn auch.

In der Lebensbeschreibung des Methodius wird der vorangegangene Bericht wie folgt zusammengefasst:
Der Inhaber des Apostolischen Stuhls [apostolicus] Nikolaus hörte von diesen Männern und ließ sie holen, denn er wollte sie sehen wie Engel Gottes. Er ließ das Evangelium in slawischer Sprache auf dem Altar des heiligen Apostels Petrus niederlegen und segnete ihre Lehre. Auch weihte er den seligen Methodius zum Priester. Es gab aber etliche Leute, die die in slawischer Sprache verfassten Schriften tadelten mit den Worten: Es ziemt sich nicht, dass irgendein Volk eigene Schriften hat außer der hebräischen, griechischen und lateinischen, gemäß der Aufschrift, die Pilatus am Kreuz des Herrn anbringen ließ. Diese nannte der Papst Pilatusleute und Dreisprachler und verurteilte sie. Und er trug einem Bischof, der an derselben Krankheit [des Irrglaubens] litt, auf, aus der Reihe der slawischen Schüler drei zu Priestern und zwei zu Lektoren zu weihen.

Quelle: Constantinus et Methodius Thessalonicenses, Fontes. Hrsg. von F. Grivec und F. Tomšič, Bd. 4. Radovi staroslavenskog instituta, Zagreb 1960. S. 202 - 205, 211f, 224; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


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