Kommentar zum Sonntagsevangelium


"Wir müssen auf diese Weise erfüllen, was Gottes Wille ist"

Hl. Gregor von Nazianz (330 - 390)
Bischof und Kirchenlehrer
39. Predigt zum Fest des Lichts

Johannes tauft und Jesus kommt zu ihm; er kommt, um den zu heiligen, der ihn tauft. Er kommt, um den alten Adam ganz und gar im Wasser zu ertränken, um deshalb und davor die Wasser des Jordan zu weihen. Er, der Geist und Fleisch ist, er will den Menschen durch das Wasser und den Geist vollenden (vgl. Joh 3,5).

Der Täufer weigert sich und Jesus beharrt. „Ich bin es, der durch Dich getauft werden müsste“ spricht die Lampe zur Sonne (vgl. Joh 5,35), der Freund zum Bräutigam (Joh 3,29), der Größte unter den von einer Frau Geborenen zum Erstgeborenen der ganzen Schöpfung (Mt 11,11; Kol 1,15). Der im Mutterschoß hüpfte, spricht zu dem, den er im Schoß seiner Mutter anbetete, der Vorläufer spricht zu dem, der sich offenbart hat und sich am Ende der Zeiten offenbaren wird: „Ich bin es, der von Dir getauft werden müsste.“ Er könnte hinzufügen: „… indem ich mein Leben für Dich hingebe“, denn er wusste, dass er die Taufe des Martyriums empfangen würde…

Jesus steigt aus dem Wasser und zieht in diesem Aufstieg das ganze Universum mit sich. Er sieht die Himmel sich öffnen, diese Himmel, die einst Adam für sich und die Seinen verschlossen hatte, dieses Paradies, das mit einem Flammenschwert gleichsam verriegelt war (Gen 3,24). Der Geist gibt Zeugnis von der Gottheit Christi; er kommt und lässt sich auf seinesgleichen nieder. Und eine Stimme erschallt vom Himmel, denn vom Himmel kommt der, für den sie Zeugnis ablegt. Und eine Taube wird für das fleischliche Auge sichtbar, um unser Fleisch zu ehren, das göttlich geworden ist.